Lenovos X1-Tablet ist ein gutes Beispiel für Flexibilität, sogar ein Mini-Beamer ist als Zubehörmodul erhältlich. (Foto: Lenovo) Lenovo X1 Tablet

Was können Convertibles?

Convertibles kommen in vielen verschiedenen Formen und Ausstattungen daher. Im Sinne dieses Specials meine ich damit alle Geräte, die die Grenzen zwischen klassischen Notebooks und reinen Tablets verschwimmen lassen.

Grundsätzlich gibt es dabei zwei Geräteklassen:

  1. Notebooks, die sich auch als Tablet nutzen lassen oder in anderer Form flexibler einsetzbar sind als Notebooks in der altbekannten Bauweise. In der Regel kann man dann beispielsweise den Bildschirm komplett umklappen. Der eigentliche Rechner ist wie bei anderen Laptops unter der Tastatur.

  2. Tablets, die sich auch als Notebook nutzen lassen. In der Regel bedeutet das, dass sich optional eine Tastatur nutzen lässt oder es Gehäuse oder Hüllen mit Tastatur gibt. Der Rechner selbst ist in diesem Fall hinter dem Display.

Der Unterschied mag auf den ersten Blick sehr theoretisch erscheinen: Ist es nicht egal, ob man ein Tablet hat, das auch als Notebook funktioniert oder umgekehrt? Im Alltag sind es tatsächlich unterschiedliche Geräte mit individuellen Stärken und Schwächen. Darauf gehe ich noch genauer ein.

Der Begriff Convertible selbst weist darauf hin, dass das Gerät wandelbar ist (ein Cabrio wird im Englischen übrigens ebenfalls Convertible genannt). Alternativ begegnen einem „Hybrid“ oder „2in1“, die jeweils zeigen sollen, dass man hier mehr als ein traditionelles Notebook vor sich hat. Ich persönlich benutze diese Begriffe als Synonyme. Spricht jemand von einem „Detachable“, sind damit die Geräte gemeint, bei denen man Display und Tastatur voneinander trennen kann.

Aber genug der Vorrede. Was kann man denn nun damit anstellen?

Ein Touchscreen gehört bei Convertibles aller Art dazu. Hier das HP Elite X2. (Foto: HP) HP Elite X2

Typische Features

Auf jeden Fall bekommt man bei einem Convertible einen Touchscreen. Er dient als zentrales Eingabemedium im Tabletmodus, kann sich aber auch nützlich machen, wenn man das Gerät gerade wie ein Notebook nutzt. Wer ihn für Skizzen, Illustrationen und ähnliche Dinge einsetzen will, sollte zugleich auf einen drucksensitiven Stylus achten. Die gibt es teilweise direkt vom Hersteller des Convertibles, beispielsweise beim Surface Pro 4 oder den Apple Pencil fürs iPad Pro.

Zudem lässt sich das Display wie oben beschrieben entweder abnehmen oder umklappen. Je nach Gerät bleiben Tastatur und Bildschirm also eine Einheit oder sie lassen sich separieren. Was man bevorzugt, kommt auf die eigene Nutzung an, denn beides hat seine speziellen Vor- und Nachteile, auf die ich noch gesondert eingehe. Ein Sonderfall ist Microsofts Surface Book, das beides miteinander vereint. Die Surface-Modellfamilie stelle ich hier gesondert vor.

Bei der Performance müssen sich moderne Convertibles nicht verstecken. Auch sie gibt es mit schnellen Mehrkern-Prozessoren, viel Arbeitsspeicher und Flashspeicher. Wer nicht so viel Power braucht und eher aufs Geld schaut, wird aber ebenso bedient. Die Preisspanne ist ähnlich breit wie bei handelsüblichen Notebooks.

Schaut euch am besten einmal meine Seite mit den Beispielen an. Da bekommt ihr eine bessere Vorstellung davon, wie vielfältig die Welt der Convertibles bereits ist!

Unsere Topseller bei den 2in1 Convertibles:

Viele Convertibles wie hier das Acer Aspire Switch 12 S setzen auf Windows. (Foto: Acer) Acer Aspire Switch 12 S

Betriebssysteme

Bei Convertibles, 2in1 und Hybrids treffen mehrere Betriebssystemwelten aufeinander:

Windows soll nach Microsofts Vorstellungen auf allen Geräten laufen und sich dabei prinzipiell sehr ähnlich bedienen lassen – vom Smartphone übers Tablet und Notebook bis hin zum klassischen Desktop-PC. So sind Windows-Tablets im Grunde genommen Touchscreen-Notebooks ohne Tastatur. 

Vorteil: Umfangreiche und seit Jahren bewährte Software läuft auch auf diesen Geräten.

Nachteil: Diese Applikationen sind oftmals für die Bedienung mit Tastatur und Maus gedacht und lassen sich dann nur bedingt mit einem Tablet nutzen. 

Zudem werden die Windows-Geräte erst nach und nach so schlank, leicht und energiesparend wie die waschechten Tablets mit Android oder die iPads. Oder wenn sie es sind, muss man mit Kompromissen bei der Performance leben. Mobil-Betriebssysteme wie Android und iOS sind eben von Haus aus darauf ausgelegt, mit weniger Prozessor-Power umzugehen. Letztlich sollte man sich also überlegen, ob man das Gerät hauptsächlich als Notebook oder hauptsächlich als Tablet einsetzen will.

Pixel C im Video: Convertible mit Android

Googles Android ist der nächste Mitstreiter. Es ist bekanntlich sehr erfolgreich, allerdings sind viele Apps doch eher für Smartphones ausgelegt und nutzen die Möglichkeiten der größeren Tablet-Displays zu selten. Für Notebooks ist es momentan nicht gedacht. Das macht sich beim Design der Oberfläche, dem Funktionsumfang und der generellen Bedienung bemerkbar.

Es gibt Versuche, Android auch für Notebooks fit zu machen. Dazu zählt das Projekt Remix OS: Die Macher nehmen die frei verfügbare Version von Android und entwickeln daraus ein Betriebssystem mit Fenstern und anderen Desktop-Features. Von Google wird das offiziell nicht unterstützt. Es würde mich aber nicht im Geringsten überraschen, ein solches Projekt auch selbst von Google zu sehen.

Apple wiederum fährt weiterhin seine mehrgleisige Strategie. Seine iPhones und iPads nutzen iOS, die Macs nutzen OS X. Beide Systeme haben zwar unter der Haube grundlegende Gemeinsamkeiten, sind aber dennoch getrennt voneinander. 

Als iOS-Entwickler entscheidet man sich, ob die eigene App nur für iPhones gedacht ist, nur für iPads oder beide Versionen vereint („Universal-App“). Inzwischen hat sich ein umfangreicher Katalog an Apps ergeben, die an iPads angepasst sind. Aber von der Komplexität und dem Umfang der entsprechenden Mac-Apps sind sie dennoch ein gutes Stück entfernt – nicht immer, aber doch meistens.

Mit dem iPad Pro hat Apple nun selbst ein Tablet vorgestellt, das die Grenze zum Notebook überschreitet. Zudem hat iOS mit der Version 9 einige nützliche neue Tricks gelernt, wie beispielsweise auf iPads auch zwei Apps parallel darstellen zu können. Es bleibt abzuwarten, wie Entwickler darauf reagieren. Dabei geht es schließlich nicht nur darum, Apps an den größeren Bildschirm anzupassen. Viel wichtiger ist, dass die Anwendungen zugleich funktional aufgerüstet werden.

WEITERE THEMEN DIESES SPECIALS:

WAS KÖNNEN CONVERTIBLES?

Convertibles kommen in vielen verschiedenen Formen und Ausstattungen daher. Wir geben einen Überblick zu typischen Features und Funktionen.

Jetzt lesen...

BEISPIELE FÜR AKTUELLE MODELLE

Soll das Convertible möglichst leicht und kompakt sein oder möglichst leistungsfähig? Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig das Angebot ist.

Jetzt lesen...

VOR- UND NACHTEILE

Was sind denn nun die besonderen Stärken und Schwächen von Convertibles? Und für wen sind diese Geräte gedacht?

Jetzt lesen...

SURFACE: MICROSOFTS VISION DER ZUKUNFT

Wie stellt sich Microsoft das ideale Windows-Mobilegerät vor? Die Surface-Reihe zeigt es. Wir stellen sie vor.

Jetzt lesen...