Drohnen: Das müsst ihr beim Flug beachten

Drohnen bedeuten Freiheit, Flug und einen Riesenspaß. Aber nicht alles ist damit erlaubt. Insbesondere aus Gründen des Datenschutzes und der Luftverkerhssicherheit, verlangt das Bundesverkehrsministerium bei der Nutzung von Drohnen - egal ob neu oder gebraucht - die Einhaltung bestimmter Verhaltenspflichten.

Im nachfolgenden haben wir euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Bitte beachtet aber, dass diese Informationen keinen Anspruch auf Richtigkeit/Vollständigkeit haben und erst Recht keine Beratung im Einzelfall ersetzen kann und soll. Holt euch im Zweifel Rechtsrat von einem Anwalt ein und informiert euch zu diesem Thema auf der Seite des Justizministeriums.

Häufige Fragen

Was gilt als Drohne?

Multicopter, Quadrocopter, Hubschrauber, Modellflugzeuge und dergleichen sind von diesem Regelwerk betroffen. Allgemeiner gefasst: Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme.

Wie müssen Drohnen gekennzeichnet sein?

Drohnen ab 0,25 kg Fluggewicht müssen mit einer Plakette gekennzeichnet sein. Auf dieser Plakette müsst ihr als Halter euren Namen und eure Adresse anbringen. Die Plakette erstellt ihr selbst, etwa mit einem Etikettiergerät oder mit einer gravierten Aluminiumplatte. Eine offizielle behördliche Plakette gibt es nicht. Dabei muss die Plakette wetter- und feuerfest sein. Also egal, wie marodiert die Drohne eventuell aussieht: Die Plakette muss immer gut lesbar sein. 

Welches Fluggewicht darf eine Drohne haben?

Bei der Bezeichnung Fluggewicht zählt das Gesamtgewicht der Drohne beim Start. Darunter fällt das Eigengewicht der Drohne zusammen mit allem, was das Flugobjekt sonst noch an Bord hat: Kamera, Zusatzempfänger, eventuelle Ladung, … 

Welche Gewichtsklassen gibt es?

Die Behörden unterscheiden künftig zwischen Drohnen bis 0,25 kg, zwischen 0,25 und 2 kg, zwischen 2 und 5 kg, 5 kg bis 25 kg und über 25 kg Fluggewicht.

Wer braucht einen Drohnenführerschein?

Kenntnisnachweis / "Drohnenführerschein": Wer eine Drohne über 2 kg Fluggewicht außerhalb von Modellfluggeländen starten lassen möchte, muss nachweisen, dass er die notwendigen Kenntnisse besitzt. Hierzu benötigt er einen Nachweis, den er auf verschiedenen Wegen erhalten kann und der danach 5 Jahre gültig ist. 

a) durch eine gültige Pilotenlizenz,
b) über eine Bescheinigung, die er nach einer Prüfung erlangt. Diese Prüfung kann er bei anerkannten Stellen ablegen. Teilnehmer müssen hierfür mindestens 16 Jahre alt sein. 
c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein. Teilnehmer müssen hierfür mindestens 14 Jahre alt sein.

Braucht es eine Erlaubnis für einen Drohnenflug?

Erlaubnisfreiheit: Bis auf den Kenntnisnachweis ist für den Betrieb von Drohnen unter 5 kg Fluggewicht keine Erlaubnis mehr notwendig – wenn ihr sie nur zu Sport- und Freizeitzwecken benutzen wollt. Für Drohnen über 5 kg und für eine gewerbliche Nutzung braucht ihr eine Erlaubnis, die von den Landesluftfahrtbehörden erteilt wird. Es gelten in jedem Bundesland und manchmal auch in eurer Kommune noch einmal weitere Bestimmungen.

Muss ich die Drohne beim Fliegen sehen können?

Flug außerhalb der Sichtweite: Drohnen dürfen per se nur dann geflogen werden, wenn man sie ohne Hilfsmittel noch sehen kann. Unzulässige Hilfsmittel sind demnach Ferngläser oder GPS-Gerät. Geduldet werden nur Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen. Ausnahmen für den Flug außerhalb der Sichtweite erteilen die Landesluftfahrtbehörden gewerblichen und privaten Nutzern, wenn diese eine notwendige Verwendung außerhalb der Sichtweite nachweisen können.

Wer hat Vorfahrt? Meine Drohne oder der Jumbojet?

Ausweichpflicht: Bemannte Luftfahrzeuge oder unbemannte Freiballone haben Vorrang. Ihnen müssen Drohnen ausweichen.

Darf ich eine Videobrille zum Steuern nutzen?

Die Steuerung einer Drohne bei aufgesetzter Videobrille ist nur noch dann erlaubt, wenn die Drohne nicht schwerer als 0,25 kg ist und nicht höher als 30 Meter fliegt. Ausnahmen gelten nur, wenn eine zweite Person anwesend ist, den Flug in Sichtweite beobachten kann und den Steuerer auf mögliche Gefahren aufmerksam macht.

Brauche ich eine spezielle Versicherung?

Ähnlich wie bei einem Auto deckt eure allgemeine Haftpflichtversicherung die Risiken einer Drohnennutzung meist nicht ab. Überprüft vor dem Flug euren Versicherungsschutzund besorgt Euch gegebenenfalls eine Zusatz-Copter-und/oder-Drohnenversicherung, die von immer mehr Versicherern angeboten wird.

Wer haftet beim Verleihen einer Drohne?

Seid ihr der Halter und Eigentümer der Drohne, dann haftet ihr unter Umständen auch dafür, wenn ihr die Drohne einem Dritten zur Nutzung überlasst.

Darf ich auch nachts fliegen?

Wer seine Drohne nachts fliegen lassen möchte, kann dafür eine Genehmigung beantragen. Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörde und hängt vom geplanten Zweck ab, ob der Nachtflug erlaubt wird oder nicht. 

Darf ich mit meiner Drohne alles und jeden fotografieren?

Wenn ihr mit der Drohne Bilder schießt oder Video- und Audioaufnahmen macht, müsst ihr natürlich Eigentumsrechte ebenso beachten wie Urheber- und Persönlichkeitsrechte. Privatpersonen dürft ihr grundsätzlich nur filmen oder fotografieren, wenn diese ihre Zustimmung signalisiert haben. Auch Personen des öffentlichen Lebens (Stars oder Politiker) haben ein Recht auf Privatsphäre und dürften zum Beispiel nicht über eine Mauer hinweg aufgenommen werden. Geschütztes Privateigentum dürft ihr nicht filmen oder fotografieren, die Drohne also nicht etwa zum “spionieren” verwenden. Aber das sollte sich von selbst verstehen.

Gibt es Unterschiede zwischen privaten und gewerblichen Flügen?

Für privat und gewerblich genutzte Drohnen bis 5 kg gelten künftig ähnliche Regeln. Gerade die gewerbliche Nutzung wird dadurch erleichtert.

Welche Regeln gibt es sonst noch?

Ihr müsst euch bei einem Drohnenflug in Deutschland außerdem an die Luftverkehrsordnung und das Luftverkehrsgesetz halten, ebenso wie an kommunale und regionale Bestimmungen. 

Flugverbotszonen

Mit der Drohnenverordnung hat das Bundesverkehrsministerium auch zahlreiche Flugverbotszonen bestimmt. Ihr müsst euch also vorher genau informieren, wo ihr Drohnen fliegen lassen dürft und wo nicht. Uneingeschränkt erlaubt ist das nur noch auf Modellfluggeländen und auch dort nur im Rahmen der Geländeordnung. Keine Drohnen fliegen dürft ihr...

  • Über sensiblen Bereichen, etwa Krankenhäusern, militärischen Anlagen, Menschenansammlungen, Wohngebieten, einem Einsatzort von Polizei und Rettungskräften, Katastrophengebieten, Industrieanlagen, Gefängnissen (JVA), Atomkraftwerken, Regierungsgebäuden wie dem Reichstag oder Landtag (obere Bundes- und Landesbehörden), Kraftwerken und Windrädern, bestimmten Verkehrswegen (Autobahnen, Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen) und Naturschutzgebieten.

  • In Kontrollzonen von Flugplätzen, sowie dem An- und Abflugbereich eines Flughafens.

  • Über Wohngrundstücken bei Drohnen über 0,25 kg, es sei denn, der Eigentümer hat einem Überflug grundsätzlich zugestimmt. Auch bei Drohnen unter 0,25 kg gilt dieses Verbot, wenn das Gerät dazu in der Lage ist, Bild oder Ton aufzunehmen.

  • Flughöhen über 100 Meter, es sei denn, ihr habt eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder einen Kenntnisnachweis abgelegt.

In bestimmten Fällen kann unter begründeten Ausnahmen eine Genehmigung bei den Landesluftfahrtbehörden beantragt werden. Drohnen über 25 kg Fluggewicht dürfen zivil generell nicht betrieben werden.

Wo darf ich denn dann überhaupt noch fliegen?

Drehen wir die Frage einmal um: Wo darf ich überhaupt noch mit einer Drohne fliegen? Auf Modellflugplätzen, über öffentlichen Gebäuden, bei denen die Nutzung erlaubt ist, auf öffentlichen Plätzen ohne Menschenansammlung, Freiflächen, Landschaftsschutzgebieten, die keine Naturschutzgebiete sind. Also etwa entsprechend ausgewiesene Flussufer oder Parks und natürlich auf eurem eigenen Grundstück, solange ihr dabei eure Nachbarn nicht belästigt und auch hier keine Personen fotografiert oder filmt, die das nicht wünschen. Für jeden anderen Einsatzzweck fragt ihr im Zweifel beim Eigentümer und den Luftämtern nach einer Genehmigung.

Eine gute Online-Karte, auf der man sich über Flugverbotszonen und Gegenden informieren kann, wo das Fliegen erlaubt ist, ist Map2Fly: https://map2fly.flynex.de/

Bei welcher Drohne muss ich was?

Drohnen bis 0,25 kg Fluggewicht: Keine Kennzeichnung und kein Kenntnisnachweis notwendig. Flughöhe bis 100 Meter darf aber auch hier nicht überschritten und es darf nicht außer Sichtweite geflogen werden. Kann die Drohne Bilder schießen, Töne oder Videos aufnehmen, darf sie Wohngrundstücke nicht überfliegen. Personen dürfen nur nach Einwilligung aufgenommen werden. In der Haftung seid ihr im Schadensfalle auch hier. Flugverbotszonen sind einzuhalten.

Drohnen von 0,25 bis 2 kg Fluggewicht: Ihr müsst die Drohne mit eurem Namen und eurer Adresse kennzeichnen. Ein Kenntnisnachweis, dass ihr die Drohne fliegen könnt, braucht ihr nicht. Flugverbotszonen und die Privatsphäre anderer Personen müsst ihr einhalten.

Drohnen von 2 bis 5 kg Fluggewicht: Es gelten alle Einschränkungen wie auch bei leichteren Drohnen. Zusätzlich benötigt ihr einen Kenntnisnachweis, dass ihr fähig seid, die Drohne zu fliegen. Eine Erlaubnis für einen Flug braucht ihr nicht.

Drohnen von 5 bis 25 kg Fluggewicht: Ab dieser Größe braucht ihr für den Betrieb der Drohne auf jeden Fall eine Genehmigung durch die Luftfahrtbehörden. Alle Bestimmungen für leichtere Drohnen gelten auch hier. Allerdings könnt ihr mit einer Genehmigung eventuell Sonderrechte erwirken, wie ohne Sicht zu fliegen und die Drohne gewerblich nutzen. Hierfür fallen in jedem Falle Kosten an.

Drohnen ab 25 kg Fluggewicht: Für den zivilen Luftverkehr derzeit untersagt.   

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