Generell guter Tipp für bessere Bild: Smartphone mit beiden Händen festhalten. (Foto: Samsung) Samsung Galaxy S6 Edge

Fototipps fürs Smartphone

Wie ich schon festgestellt hatte: Man kann mit Smartphones gute Fotos machen – wenn man weiß, wie man mit den Beschränkungen und den Schwächen umgeht. So holt ihr das meiste heraus:

Linse saubermachen

Ja, ich weiß: Das klingt total banal, ist aber wichtig. Smartphone-Objektive sind in der Regel ungeschützt. Fingerabdrücke und anderer Schmutz auf dem Glas lässt sich praktisch überhaupt nicht vermeiden. Immerhin sind die Objektive oftmals durch ein zusätzliches, besonders kratzfestes Glas geschützt. Trotzdem gilt: Idealerweise vor jedem Bild abwischen.

Mit den Füßen „zoomen“

Die meisten Smartphone-Kameras haben keinen optischen Zoom. Man kann also den Bildausschnitt nicht verändern. Profi-Fotografen benutzen dabei sowieso gern ein natürliches Werkzeug: ihre eigenen Füße. Mir hat man mal gesagt: Ist dein Bild schlecht, warst du nicht dicht genug dran. Und das stimmt in vielen Situationen.

Finger weg vom Digitalzoom

Statt eines optischen Zooms bieten Smartphone-Kameras in der Regel einen digitalen Zoom an. Hier wird also nicht durch das Objektiv ein Motiv dichter „herangeholt“, sondern einfach der Bildausschnitt verändert. Das funktioniert nach meiner Erfahrung in der Regel sichtbar schlechter als diese Änderungen einfach hinterher zu machen – in einer Foto-App auf dem Smartphone oder auf einem PC. Kommt man also einfach nicht dicht genug ran, Foto machen und hinter den Ausschnitt optimieren.

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Blitz vermeiden

Generell wird viel zu viel geblitzt. Ein Blitzlicht aber ist sehr grell und hart. Entsprechend hat man häufig den Effekt, dass das Motiv geisterhaft aussieht und starke Schatten wirft. Sofern das nicht genau die Bildaussage ist, die man anstrebt, sollte man den Blitz vermeiden. Zwar versuchen moderne Smartphones durch einen zweifarbigen Blitz das Problem zu entschärfen. Das gelingt aber nur teilweise. Profis blitzen oftmals indirekt, zum Beispiel nach oben oder zur Seite. Das ist aber beim Smartphone nicht möglich. Insofern: Blitz lieber manuell dazuschalten, wenn es nicht anders geht. Ansonsten die alten Fotografentricks, um so lange wie möglich auf den Blitz verzichten zu können:

  1. Kamera mit beiden Händen festhalten.

  2. Sich anlehnen (Wand, Laternpfahl etc.)

  3. Einatmen, ausatmen, Foto machen.

 

 

 

HDR nutzen

Smartphone-Kameras bekommen schnell Probleme, wenn ein Bildmotiv sowohl sehr dunkle als auch sehr helle Anteile hat. Man muss sich dann in der Regel dafür entscheiden, welcher Part korrekt abgebildet wird, während beim anderen jedes Detail verloren geht. Hier kann HDR helfen - "High Dynamic Range". Der Trick: Die Kamera schießt eine Belichtungsreihe. Es werden beispielsweise schnell hintereinander drei Fotos gemacht, von denen eines zu dunkel, eines genau mittig und eines zu hell ist. Ein schlauer Algorithmus nimmt nun die perfekt belichteten Anteile aus allen drei Bildern und setzt daraus ein neues Foto zusammen. Funktioniert das gut, kann das in vielen Situationen faszinierende Ergebnisse hervorbringen.

Generelle Fototipps

Und dann gibt es noch die Tipps, die nicht zwingend etwas mit Smartphones zu tun haben:

  • Auf Augenhöhe fotografieren. Das gilt besonders für Kinder- und Tierfotos: Einfach mal hinknien und so die Perspektive verändern.

  • Mit Blickwinkeln spielen. Hinknien wie eben schon erwähnt, hinlegen oder die Kamera hochhalten - es gibt viele Wege, um aus einem banalen Motiv ein interessantes Bild zu zaubern.

  • Bild ausfüllen. Das Motiv - Gesicht, Blume, Gebäude - wirkt oftmals auf Fotos nicht so, wie wir es mit eigenen Augen gesehen haben. Warum? Weil wir uns in dem Moment ganz auf das Motiv konzentrieren. So funktioniert unser Gehirn. Beim Foto aber sehen wir hinterher dann plötzlich auch das ganze Drumherum. Deshalb: Will ich eine Sache fotografieren, sollte die auch formatfüllend ins Bild!

  • Dreierregel beachten. Bilder werden besser, wenn man sich das Foto mit einem Raster aus zwei vertikalen und zwei horizontalen Linien vorstellt. Das Hauptmotiv platziert man dann in einem der Kreuzungspunkte. So manche Kamera-App kann ein entsprechendes Raster einblenden!

  • Vorder- und Hintergrund beachten. Viele Motive gewinnen dadurch, dass sich etwas im Vordergrund befindet, denn das Bild gewinnt dadurch an Tiefe. Generell immer darauf achten, was sich im Hintergrund befindet, sofern man das beeinflussen kann. Unruhige Elemente hinter einer Person machen sich beispielsweise bei einem Portrait oftmals nicht gut.

  • Viele Bilder machen! Gerade bei Portraits genieren wir uns manchmal, mehrfach abzudrücken – obwohl es gerade da wichtig ist. Immer mehrere Bilder vom selben Motiv machen und hinterher aussortieren.

Kostenloser Bonustipp

Alle Tipps ignorieren – jedenfalls manchmal. Diese Tipps sind nur als Anregung gedacht, etwas auszuprobieren. Viele davon haben sich in der Praxis bewährt. Sie sind aber keine ehernen Gesetze. Und wer sie einmal gelernt hat, kann natürlich auch gezielt dagegen verstoßen. Manche Dinge sind auch stark Geschmackssache, hängen vom Motiv ab und was das Bild aussagen soll.