Die bunte Welt der Kopfhörer – hier mal wörtlich genommen bei den Philips SHB5900. (Foto: Philips) Philips SHB5900

Bauformen und Funktionen: Die große Kopfhörer-Vielfalt

Kopfhörer gibt es in etlichen Größen und Formen sowie mit unterschiedlichsten Funktionen: Manche sind zugleich Fitnesstracker, andere ein Headset, wieder andere unterdrücken Umgebungsgeräusche. Wir helfen bei der Auswahl!

Beispiele für In-Ear-Kopfhörer, in diesem Fall von Audio Technica. (Foto: Audio Technica) Audio Technica In-Ear-Kopfhörer

In-Ear und Earbuds: Musik im Ohr

Diese Kopfhörer sind so klein, dass man sie direkt im Ohr trägt – entweder im Gehörgang („In-Ear“) oder in der Mitte der Ohrmuschel („Earbuds“). Hier findet ihr aktuelle Angebote aus dieser Kategorie bei EURONICS.

In-Ear-Modelle sind mit einem flexiblen Kopf ausgestattet, der sie bequem und sicher im Ohrkanal halten soll. Diese Aufsätze sind beispielsweise aus Schaumstoff oder Silikon. Weiterer positiver Nebeneffekt: Solche In-Ears können zugleich wie ein Ohrstöpsel Umgebungsgeräusche stark verringern. Auf diese Weise kann man zum Beispiel auch in einer lauten U-Bahn noch problemlos die Sprecher bei einem Podcast verstehen und braucht generell nicht so hohe Lautstärken, um seine Musik genießen zu können.

In-Ears und Earbuds sind zudem perfekt, wenn es einem vor allem darauf ankommt, dass die Kopfhörer klein und leicht sind. Sie kann man problemlos immer dabei haben. Nicht zuletzt sind sie weniger auffällig, wenn man unterwegs ist. Nicht jeder möchte schließlich mit einem Bügel-Kopfhörer herumlaufen.

Ein Nachteil: Das Tragegefühl vor allem der In-Ears ist gewöhnungsbedürftig. So mancher kommt nicht damit zurecht, etwas über längere Zeit ins Ohr zu stecken. Allerdings sind die Modelle sehr unterschiedlich. Mancher Hersteller legt eine große Zahl unterschiedlicher Aufsätze bei, die jeweils verschiedene Größen und Materialien haben. Mancher Premium-Hersteller bietet gar individuell angepasste In-Ears an.

Beim Klang haben sich In-Ears in den letzten Jahren verbessert. Allerdings kann man davon ausgehen: Einen ebenbürtigen Klang bekommt man bei größeren Kopfhörern tendenziell für weniger Geld.

Beispiel für einen On-Ear-Kopfhörer: Bose SoundLink. (Foto: Bose) Bose SoundLink On-Ear-Kopfhörer

On-Ear: Der Kompromiss aus Größe und Kompaktheit

In diesem Fall sitzen die Kopfhörer direkt auf der Ohrmuschel, auch „ohraufliegend“ genannt. Hier findet ihr aktuelle Angebote zu ohraufliegenden Kopfhörern bei EURONICS. Solche Modelle sind vergleichsweise kompakt. Es gibt faltbare Ausführungen, die man ohne großen Aufwand beispielsweise in der Tasche dabei haben kann.

Die größere Bauform macht es den Herstellern bei alldem einfacher, einen guten Klang zu liefern. Hier sind schlichtweg physikalische Gesetze am Werk. 

Natürlich sind solche Kopfhörer trotzdem größer und auffälliger als In-Ears. Darüber hinaus ist es auch hier abhängig von den eigenen Präferenzen und dem Modell, wie gut das Tragegefühl ist: Manche Modelle können über längere Zeit auf die Ohren drücken.

Over-Ear-Kopfhörer sind die größten – also wortwörtlich. Sie haben potenziell den besten Klang. Hier ein drahtloses Modell von Sony. (Foto: Sony) Sony drahtloser Over-Ear-Kopfhörer

Over Ear: Die massiven Kopfhörer

Das sind die größten und massivsten Kopfhörer, die man sich kaufen kann. Sie werden auch „ohrumschließend“ genannt. 

Entsprechend wurden sie in der Vergangenheit vor allem in geschlossenen Räumen genutzt und weniger unterwegs. Aber hier haben sich die Geschmäcker eindeutig gewandelt: Mehr Leute wollen inzwischen auch unterwegs ein Optimum an Klang. Zudem gibt es faltbare Modelle, die sich vergleichsweise gut mitnehmen lassen. Aber logischerweise wird man die nicht mehr in der Hosen- oder Jackentasche haben. Obwohl: Das kommt natürlich ganz auf eure Hosen und Jacken an!

Aber Spaß beiseite: In Sachen Klang können die Hersteller hier aus dem Vollen schöpfen. Das bedeutet nicht, dass jedes Modell ein Klangwunder ist. Aber die besseren Modelle können einen deutlichen Unterschied machen.

Wichtig zu wissen ist hier noch, dass Smartphones mit großen Kopfhörern überfordert sein können. Mehr dazu in meinem Artikel über die technischen Hintergründe: Impedanz/Ohm ist hier das Stichwort. 

Fürs Heimkino sind solche Kopfhörer aber perfekt. Ein Nachteil: Da die Ohren umschlossen sind, können sie auf Dauer recht warm werden. Auch das ist allerdings eine sehr individuelle Sache. Siehe dazu außerdem den folgenden Abschnitt zu „offenen“ und „geschlossenen“ Kopfhörern.

Hört sich gut an: Unsere Kopfhörer-Bestseller

Was bedeutet „offen“, „halboffen“, „geschlossen“?

Diese drei Begriffe beschreiben einen sehr grundsätzlichen Unterschied bei der Konstruktion der Kopfhörer:

  • „Offene“ Kopfhörer lassen ein wenig vom erzeugten Schall nach draußen dringen und sind zugleich durchlässiger für Umgebungsgeräusche. Die Hersteller versprechen sich davon einen besseren Klang. Zudem können diese Modelle eine bessere Luftzirkulation haben.

  • „Geschlossene“ Kopfhörer sind hingegen gedämmt. Man selbst hört kaum, was um einen herum vor sich geht. Und auch die Umgebung hört wenig bis gar nichts. Bässe werden dadurch stärker. Insgesamt ist es für den Hersteller aber schwieriger, einen guten Klang zu liefern. Problem sind interne Reflexionen im Kopfhörer.

  • „Halboffene“ Kopfhörer versuchen beide Welten miteinander zu vereinen und einen Kompromiss zu finden.

Was man hier bevorzugt ist zum einen eine Frage des persönlichen Geschmacks und zum anderen eine Frage des Einsatzzwecks. Fürs Büro wird man vielleicht einen geschlossenen Kopfhörer bevorzugen. Um zu Hause Musik zu hören, kann es auch ein offener sein.

Der Philips SHL3850NC ist ein faltbarer Kopfhörer, der übrigens zugleich eine aktive Geräuschunterdrückung hat. (Foto: Philips) Philips SHL3850NC faltbarer Kopfhörer

Flexible Kopfhörer: faltbar und drehbar

Will man seine Kopfhörer gelegentlich transportieren, bieten sich faltbare Modelle an. Die Konstruktion ist wenig verwunderlich komplizierter. Schließlich soll der Kopfhörer trotzdem haltbar sein. Wer sein Modell häufig transportieren will, sollte also auf eine entsprechend hochwertigere Verarbeitung achten.

Je nach gewünschter Nutzung können auch drehbare Kopfhörer-Muscheln nützlich sein. Man sieht sie beispielsweise häufig bei DJs: Sie wollen sowohl den nächsten als auch den aktuellen Song zugleich hören, um sie aufeinander abzustimmen.

Headset: Hören und Sprechen

Ob nun fürs Smartphone oder fürs Online-Gaming: Es gibt diverse Varianten für Kombinationen aus Kopfhörer und Mikrofon. Fürs Telefonieren reicht in der Regel ein kleineres Mikro und zudem machen sich hier Funktionen nützlich, um Anrufe anzunehmen oder abzulehnen. Beim Gaming sieht man hingegen oftmals Modelle, die das Mikro direkt vor dem Mund platzieren.

Hier findet ihr aktuelle Headset-Angebote im Shop von EURONICS.

Misfit Specter ist ein Beispiel für einen In-Ear-Kopfhörer, der zugleich Features eines Fitnesstrackers hat. (Foto: Misfit) Misfit Specter Kopfhörer und Fitnesstracker

Fitnesstracker im Ohr

Seit einiger Zeit gibt es darüber hinaus einen weiteren interessanten Gerätetrend zu beobachten: Kopfhörer, die zugleich als Fitnesstracker funktionieren. Ein Beispiel für so ein „Smart Headphone“ ist der Misfit Specter. Hier hat man also nicht nur einen Knopf im Ohr (oder genauer gesagt zwei), um seine Lieblingsmusik beim Workout zu hören, man kann damit zugleich beispielsweise seine Schritte erfassen lassen. Der Jabra Sport Pulse wiederum kann (wie der Name schon andeutet), auch den Puls messen.

Manche glauben gar, dass wir künftig jederzeit unseren digitalen Assistenten auf diese Weise im Ohr haben werden...

 

 

Was ist denn „Knochenschall“?!

Wer sich überhaupt nicht mit Kopfhörern anfreunden kann, sollte sich einmal nach Geräten umschauen, die Knochenschall nutzen. Es klingt etwas irritierend, soll aber gut funktionieren: Sie geben den Schall der Musik direkt an den Schädelknochen weiter. Die Ohren bleiben dabei frei.

Ein Vorteil ist je nach Situation auch ein Nachteil: Man hört alle Umgebungsgeräusche. Gut ist das zum Beispiel für die Sicherheit beim Joggen. Aber in so manchen Situationen möchte man mit seinem Kopfhörer gerade die Umgebung ausblenden.

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