Beispiele für unterschiedliche Größe und Bauarten von Lautsprechern, hier Cantons „Reference K“-Serie. (Foto: Canton) Canton Reference K Lautsprecher-Serie

Lautsprecher und ihre Unterschiede erklärt

Dieser Beitrag erklärt, wie Lautsprecher funktionieren und was die unterschiedlichen Varianten auszeichnet. Für praktisch jeden Anwendungsfall gibt es die passenden Modelle – man muss nur wissen, wonach man sucht.

Das Gehäuse des Lautsprechers bestimmt den Klang mit – letztlich wie bei einem Musikinstrument. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins Lautsprecher-Montage

Wie Lautsprecher funktionieren

Die Hauptaufgabe eines Lautsprechers: elektrische Signale in Schwingungen zu verwandeln – auch als „Schall“ bekannt. Klingt simpel, ist aber höchst kompliziert. Denn Musik und andere Geräusche sind komplex. Sie bestehen aus kurzen, scharfen, hohen Tönen oder einem tiefen, grollenden, lang anhaltenden Brummen – und manchmal aus beidem gleichzeitig.

Der perfekte Lautsprecher kann alle diese Geräusche und Töne so wiedergeben, wie sie auch „in echt“ wären. Bei einem Test mit verbundenen Augen wüsste man dann nicht, ob der Musiker direkt vor einem sitzt und spielt oder ob es „nur“ Lautsprecher sind.

Bei handelsüblichen Lautsprecherboxen wird ein Membran magnetisch in Bewegung versetzt – und zwar gezielt genau so, dass der gewünschte Ton entsteht. Bei hohen Tönen ist das kaum sichtbar. Bei tiefen Tönen wie den sagenumwobenen „satten Bässen“ kann man die Arbeit des Lautsprechers aber mit eigenen Augen sehen. Ziemlich faszinierend.

Wer es ganz genau wissen möchte, findet natürlich in der Wikipedia alles zu Lautsprechern.

Beispiel für eine Frequenzweiche im Innern eines Lautsprechers, hier von Cantons GLE-Serie. (Foto: Canton) Canton GLE-Serie Frequenzweiche

Was hat es mit Ohm und Impedanz auf sich?

Wer sich nach Lautsprechern und Verstärkern umschaut, wird über kurz oder lang mit dem Begriff „Impedanz“ und einem in Ohm angegebenen Wert konfrontiert. 4 Ohm und 8 Ohm sind hier die im Hi-Fi-Bereich verbreitetsten Werte.

Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr in die physikalischen Details einsteigen. Es reicht zunächst zu wissen, dass Lautsprecher und Verstärker idealerweise bei diesem Wert harmonieren sollten. Oftmals kann man beim Verstärker auch wahlweise auf 4 Ohm oder 8 Ohm einstellen.

Ist das nicht möglich, ist noch nicht alles verloren. Allerdings gibt es jeweils etwas zu beachten:

  • 8-Ohm-Lautsprecher an einem 4-Ohm-Verstärker funktionieren zwar, können aber nicht die gesamte Leistung wiedergeben.

  • 4-Ohm-Lautsprecher an einem 8-Ohm-Verstärker funktionieren ebenfalls, in diesem Fall sollte man allerdings aufpassen: Der Verstärker kann heiß laufen, überlasten und dadurch beschädigt werden.

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Beispiel für ein kompaktes Home-Theater-System: Bowers & Wilkins MT-60D. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins MT-60D Homecinema Lautsprecher-Set

Stereo, 2.1, 5.1, 7.1...: Was meint das alles?

Das menschliche Gehör mag bei weitem nicht das Beste in der Natur sein, aber es kann dennoch einige ganz erstaunlich Dinge. So können wir recht genau erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt – von links oder von rechts, von vorn oder hinten und aus so ziemlich jeder Richtung dazwischen.

Das nutzt man bei Stereo und man kennt das bestens von Musik. Dazu benötigt man lediglich zwei Boxen. Den Effekt brauche ich heutzutage sicherlich niemandem mehr zu erklären: Man hat damit die Geräusche oder die Musik direkt vor sich wie auf einer Bühne platziert.

2.1 meint in diesem Zusammenhang, dass man zwei „Satelliten“ und einen „Subwoofer“ hat. Hier haben die Ingenieure quasi den Lautsprecher aufgesplittet. Sie machen sich dabei eine Schwäche unseres Gehörs zu nutze: Menschen können zwar hohe Töne sehr gut orten, aber nicht die wirklich tiefen. Die (sehr kompakten) Satelliten reproduzieren dementsprechend links und rechts die Höhen, der Subwoofer die Tiefen. Ein solches Setup bietet sich beispielsweise an, wenn man nicht sehr viel Platz für Lautsprecher hat. Wer vor allem Musik hören will, wird sehr wahrscheinlich Stereo bevorzugen. Wer aber außerdem oder vornehmlich Filme und Serien schauen will, wird mit 2.1 gut bedient.

5.1 wiederum ist eine Variante, mit der man in den Bereich von Surround Sound einsteigt: Wie der Name schon nahelegt, wird man hier von den Geräuschen und der Musik geradezu umgeben. Man hat also nicht nur Lautsprecher vor einem, sondern auch hinter einem. Dazu wie bei 2.1 einen Subwoofer. Wer mitgezählt hat, der weiß: Da fehlt doch noch einer, ansonsten wäre es ja 4.1 und nicht 5.1. Der fünfte Lautsprecher ist vorn in der Mitte („Center“) und vor allem für Sprache zuständig. Diese Konstellation ist für Heimkinos derzeit am meisten verbreitet.

Will man noch einen drauflegen, kommt 7.1 zum Einsatz: Die beiden zusätzlichen Lautsprecher, sind dann noch einmal für die linke und rechte Seite zuständig. Mit einem solchen System erreicht man dann schon eine Klangwelt, wie man sie auch aus vielen Kinos kennt.

Und man muss an dieser Stelle nicht einmal Schluss machen, denn manche Systeme gehen sogar noch darüber hinaus.

Jede Bauform hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile und erfüllt bisweilen ganz unterschiedliche Aufgaben. Hier Cantons „Vento“-Serie. (Foto: Canton) Canton Vento Lautsprecher-Serie

Verschiedene Lautsprecherarten erklärt

Wer sich nach einem neuen Lautsprecher umschaut, ist mit vielen Begrifflichkeiten konfrontiert. Hier einige davon erklärt: 

  • Standlautsprecher: Damit sind solche Boxen gemeint, die groß genug sind, dass man sie direkt auf den Boden stellt.

  • Regallautsprecher, Kompaktlautsprecher: Diese Boxen können zwar auch auf dem Boden platziert werden, dann sind aber ihre Hochtöner zu niedrig (siehe dazu meinen Artikel rund ums richtige Aufstellen von Boxen). Deshalb nutzt man entweder Ständer oder befestigt sie an der Wand. Entgegen dem Namen wird eine Platzierung in einem Regal oder gar einem Schrank übrigens nicht empfohlen, unter anderem, weil das Möbelstück mitvibriert.

  • Satellit: Vor allem in Heimkino-Systemen werden die Hoch- und Mitteltöner oftmals von den Bässen getrennt. Die Satelliten übernehmen die hohen Töne, die Menschen gut orten können.

  • Woofer, Subwoofer: Diese Box ist allein für die tiefen Töne zuständig, also den Bass oder Tiefbass. Das menschliche Ohr kann diese 800 Hz kaum noch orten und unterhalb von 80 Hz gar nicht mehr. In Kombination mit den oben genannten Satelliten kann man sie deshalb recht frei im Raum platzieren.

  • Soundbar: Sie ist eine kompakte Form fürs Homecinema. Man hat hier einen Lautsprecher, den man horizontal unter oder über dem Fernseher befestigt. Die Soundbar verbessert den Klang gegenüber den eingebauten TV-Speakern in der Regel deutlich. Auch ein separater Subwoofer ist möglich.

  • Multimedia-Lautsprecher: Hiermit sind mobile Boxen gemeint, die man beispielsweise via Bluetooth mit Sound versorgen kann. Sie sind vor allem für den Betrieb mit Smartphones und ähnlichen Geräten gedacht.

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