Lautsprecher richtig aufstellen: Tipps & Tricks

Lautsprecher sind kein Möbelstück. Es macht einen erheblichen Unterschied aus, wo und wie man sie aufstellt. Hier muss man dann den besten Kompromiss finden zwischen optimaler Position und dem Rest des Raums.

Wie in diesem Beispiel sollten Lautsprecher Freiraum um sich haben – nach hinten und auch zu den Seiten. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins 684 Lautsprecher

Abstand von den Wänden halten

Oftmals sieht man Lautsprecher, die direkt an die Wand gestellt werden – weil sie dann beispielsweise optisch so schön mit Schränken und Regalen abschließen. Allerdings strahlen viele Boxen nicht nur nach vorn aber, sondern sehr gezielt auch nach hinten. Das gilt vor allem für die Bässe. Nimmt man dem Lautsprecher diesen Freiraum, verändert sich der Klang teils deutlich.

Kommt man nicht drumherum, sollte man sich nach Boxen umsehen, die speziell dafür konstruiert wurden. Auch das gibt es.

Aber nicht nur die Wand hinter den Lautsprechern ist wichtig. Auch die Wände zu den Seiten haben einen wichtigen Einfluss: Stehen die Boxen zu dicht an den Wänden, können Reflexionen dazu führen, dass die akustische Ortung verloren geht. Was bei gut aufgestellten Lautsprechern klar und präzise ist, wird dann verwaschen.

In diesem Beispiel ist das Stereo-Dreieck schon recht klein. Faustregel: Man sitzt soweit entfernt, wie die beiden Boxen voneinander entfernt sind. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins 685 Lautsprecher

Das Stereo-Dreieck beachten

Stereo-Sound kann eine ganz wunderbare Klangbühne vor einem aufbauen. Aber das funktioniert nur, wenn man sie entsprechend richtig platziert hat. Dabei gilt: Die beiden Boxen und der Hörer bilden ein gleichseitiges Dreieck. Anders gesagt: Jede der beiden Boxen ist vom Hörer genauso weit entfernt, wie die beiden Lautsprecher voneinander. Das gilt übrigens in der Regel ebenso für die Front-Lautsprecher bei Surround-Systemen. Man muss diese Regel aber nicht hundertprozentig streng einhalten. Ein wenig ist schon drin: Über den Daumen gepeilt so etwa 10 bis 20 Prozent. 

Die Größe der Abstände spielt ebenfalls eine Rolle. Das Klangbild verändert sich, wenn die Boxen dichter zusammenstehen oder weiter voneinander entfernt sind. Zum einen beeinflusst das natürlich die Größe der virtuellen Bühne. Aber es bestimmt auch mit, wie genau man die einzelnen Instrumente tatsächlich orten kann.

Je nach Box und Raumakustik ergeben sich weitere Anpassungen. So gibt es beispielsweise keinen generellen Tipp dazu, ob man Boxen nun in Richtung Hörplatz einwinkelt oder nicht. Das findet man nur durch eigene Versuche heraus.

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Die Hochtöner sollten idealerweise auf gleicher Höhe mit dem eigenen Ohr sein, wenn man auf seinem Platz sitzt. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins 802 Lautsprecher

Auch die Höhe spielt eine Rolle

Generell wird empfohlen, dass die Hochtöner des Lautsprechers auf gleicher Höhe mit den eigenen Ohren sein sollten. Wie stark man von dieser Regel abweichen kann, hängt wiederum von der Charakteristik der Box ab. Grund für diese Regel ist jedenfalls, dass ansonsten nur ein Bruchteil des Klangs tatsächlich beim Hörer ankommt. 

Kleinere Boxen sollte man deshalb also auf Ständer stellen oder an der Wand befestigen. Hier nur den Hinweis von weiter oben beachten: Nicht jeder Lautsprecher kommt gut damit zurecht, dicht an Wänden platziert zu werden.

Ein absolutes No-Go ist es jedenfalls, kompakte Boxen direkt auf dem Boden zu platzieren. Das führt nicht zuletzt zu sehr unschönen Reflexionen.

Im Idealfall kann man bei Surround die Boxen in einem gedachten Kreis um den Hörplatz platzieren. (Foto: Bowers & Wilkins) Bowers & Wilkins M1 und ASW608 Lautsprecher

Besonderheiten beim Heimkino: Boxen für Surround aufstellen

Hauptproblem vieler Heimkinos ist: Die Möbel stehen schon, nun sollen die Lautsprecher „irgendwie“ dort hineinpassen. Wer die Möglichkeit hat, sollte allerdings andersherum planen: Erst überlegen, wo der Fernseher stehen soll, davon ausgehend dann die Boxen platzieren und erst dann die perfekte Position für den Zuschauer finden.

Eine andere Schwierigkeit ist, dass Sitzmöbel gern direkt an die Wand gestellt werden. Im Sinne eines Heimkinos mit Surround-Sound ist das aber nachteilig: Wie soll der Ton auch von hinten kommen, wenn hinter einem nur die Wand ist? Das lässt sich dann mit „Dipol-Lautsprechern“ ausgleichen, die nicht von der Wand weg abstrahlen, sondern nach vorn und hinten im Raum.

Trotzdem aber kann eine weitgehend nackte Wand direkt hinter einem den Sound ruinieren. Wer kann, lässt stattdessen Platz – oder findet eine Lösung, um das Sofa oder den „Kinosessel“ bei Bedarf in die ideale Position zu rollen. Die befindet sich aus akustischer Sicht übrigens irgendwo zwischen Raummitte und hinterem Drittel.

Die Front-Lautsprecher bei einem Heimkino-Setup werden gemäß den oben aufgeführten, „klassischen“ Stereo-Regeln aufgestellt. Idealerweise ist der Fernseher in der Mitte.

Der Center-Lautsprecher sollte mittig unter oder über dem Bildschirm platziert werden – wie sein Name schon nahelegt. Er ist für die Wiedergabe von Sprache zuständig.

Die hinteren Lautsprecher platziert man auf einem gedachten Bogen. Empfohlen wird hier, leicht hinter der Sitzposition anzufangen.

Generell gilt: Die Lautsprecher sollten möglichst symmetrisch im Raum verteilt werden. Im Prinzip kann man sich einen Kreis denken, in dessen Mitte man sitzt. Dieser Idealfall wird sich nicht immer erreichen lassen. Trotzdem sollte man versuchen, die Boxen jeweils gleichmäßig aufzustellen.

Fehlt noch der Subwoofer: Theoretisch könnte er irgendwo stehen, da das menschliche Gehör seine tiefen Töne nicht mehr orten kann. In der Praxis aber steht dem die Raumakustik entgegen: Bässe haben die Eigenart, sich sehr unterschiedlich im Raum zu sammeln. Sie können in einer Ecke so stark sein, dass sie unangenehm werden, während sie an anderer Stelle im Raum fast gar nicht mehr wahrzunehmen sind. Generell sollte man versuchen, den Subwoofer nicht direkt an einer Wand zu platzieren und definitiv nicht in einer Ecke.

Beispiel für eine Soundbar, die wie hier direkt unter dem TV platziert wird. Sie bietet sich an, um den Ton des Fernsehers ohne großen Aufwand zu verbessern. (Foto: Bose) Bose Solo 5 Soundbar

Fazit

Im Idealfall viel experimentieren und immer wieder Hörproben machen! Dabei möglichst nur jeweils einen Wert verändern, also beispielsweise den Abstand zu den Rückwänden oder zu den Seitenwänden oder zwischen den Boxen etc. Nur so findet man sehr gezielt heraus, bei welcher Variante einem der Klang am besten gefällt.

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