Über 20 Jahre Fortschritt in einem Bild: Ein Macintosh PowerBook 100 (1991) auf einem MacBook Pro 13 Zoll (2012). (Foto: "MacBook Pro Retina 13inch and PowerBook 100" von raneko, flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0) Macintosh PowerBook 100 und MacBook Pro 13 Zoll

Ein Ausflug in die Notebook-Antike

Wer hätte gedacht, dass schon Ende der 60er Jahre die Grundlagen für unsere modernen Notebooks und Tablets gelegt wurden? Richtig los ging es dann in den 80ern. Was mit 10 Kilo wiegenden „portablen Computern“ begann, hatte schon zehn Jahre später die Form gefunden, die wir heute alle kennen. Kommt mit auf einen kleinen Ausflug in die Historie der Unterwegs-Rechner. Natürlich gäbe es etliche mehr als die folgenden vier aufzuzählen. Aber sie repräsentieren recht gut die wesentlichen Schritte.

Alan Kay zeigt einen Prototypen des Dynabook. (Foto: "Alan Kay and the prototype of Dynabook, pt. 5" von Marchin Wichary, flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0) Alan Kay und ein Prototyp des Dynabook

Dynabook

Dieser Vorläufer moderner Tablets und Laptops wurde erstmals 1968 von Alan Kay erdacht und dann 1972 unter dem Namen Dynabook präzisiert. Interessanterweise sollte das Gerät nach seinen Ideen vor allem für Kinder gedacht sein und beim Lernen unterstützen – ein Gedanke, der uns auch mehr als 40 Jahre später noch sehr bekannt vorkommt. Auch an eine grafische Benutzeroberfläche hatte er bereits gedacht.

Schon damals gab es außerdem die Idee, mit einem solchen Gerät wichtige Dokumente und Anleitungen bequem bei sich haben zu können. Vor allem das Militär war daran interessiert. 

Hergestellt wurde das Dynabook nie. Trotzdem kann man es wohl als einen Urvater aller tragbaren Rechner bis hin zu modernen Smartphones ansehen.

Ein Osborne 1 im PC Museum Solothurn. (Foto: "Osborne-1" von Marcin Wichary, flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0) Osborne 1 Portable Computer

Osborne 1

Dieser 1981 vorgestellte portable Rechner war noch kein Laptop im wörtlichen Sinne – für den Schoß war er zu schwer (gut 10 kg!) und zu unhandlich. Aber er galt für damalige Verhältnisse als technologischer Durchbruch. Er war so konstruiert, dass man ihn zusammenklappen und an einem Henkel tragen konnte. 

Einen Akku hatte der Osborne nicht, sondern brauchte jeweils eine Steckdose. Das Display war winzig: Gerade einmal 5 Zoll Diagonale maß es. Das fiel allerdings weniger ins Gewicht als man heute denken könnte: Das textbasierte Betriebssystem CP/M brauchte nicht so viel Platz wie die modernen grafischen Benutzeroberflächen von heute.

Sensationell war zudem der Preis: 1.795 US-Dollar galten damals als unglaublich günstig. Rechnet man die Inflation ein, entspräche das heute mehr als 4.700 US-Dollar. Allerdings punktete der Osborne mit der beigelegten Software, die allein schon 1.500 US-Dollar nach damaligen Preisen wert war.

NASA-Astronaut John O. Creighton mit einem Grid Compass an Bord des Space Shuttle Discovery. (Foto: NASA. Lizenz: Public Domain) Grid Compass Notebook an Bord eines Space Shuttle

GRiD Compass 1100

Dieser Rechner wurde bereits 1979 vom Briten Bill Moggridge entworfen, kam aber erst drei Jahre später tatsächlich auf den Markt. Er hat bereits viele Ähnlichkeiten mit modernen Notebooks. Natürlich ist er ein gutes Stück klobiger. Aber wie das Display zum Transport über die Tastatur geklappt wird, sollte allen bekannt vorkommen. 

Im Innern arbeitete ein Intel 8086 Prozessor. Das Display hatte eine Auflösung von 320 x 240 Pixel. Selbst ein Modem war bereits eingebaut – mit sagenhaften 1.200 bit/s Geschwindigkeit. Rund 5 kg wog das gute Stück und war damit nicht gerade ein Leichtgewicht, aber andererseits tatsächlich tragbar.

Ein großer Hit war der Rechner allerdings nicht. Mitschuld war da sicherlich der Preis von damals 8.000 bis 10.000 US-Dollar. Bezieht man die Inflation seit 1982 mit ein, entspräche das heute satten 25.000 US-Dollar.

Die NASA erwarb einige Compass und auch das Militär. Letztlich verdiente das Unternehmen aber wohl am besten an den Patenten, nachdem andere Hersteller viele der Ideen übernahmen.

Treffen der Generationen: MacBook Pro 13 Zoll von 2012 und Macintosh PowerBook 100 von 1991. (Foto: "MacBook Pro Retina 13inch and PowerBook 100" von raneko, flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0) MacBook Pro 13 Zoll und Macintosh PowerBook 100

Apple PowerBook 100er Serie

Mit dem „Macintosh Portable“ hatte Apple 1989 noch einen veritablen Flop gelandet. Zwei Jahre später zeigte das erste „PowerBook“ dann der Konkurrenz, wohin die Reise ging. Es war das erste Gerät, das die Tastatur in Richtung Display verschob und davor Platz für ein Steuerungsgerät ließ – damals ein Trackball, später ein Trackpad. Fast 25 Jahre später ist das noch immer das Standarddesign für Laptops.

Der Macintosh Portable war noch auf maximale Leistung ausgelegt gewesen und mit 7,2 kg sehr schwer. Im Grunde war es ein tragbarer Desktop-Mac mit eingebautem Display und Akku. Die PowerBooks waren sehr viel kompakter und leichter.

Letztlich hatten Notebooks damit Anfang der 90er Jahre ihre Grundform gefunden, die bis heute gilt. Natürlich sie sind dünner, leichter und viel leistungsfähiger geworden. Aber das Konzept ist bei den meisten Modellen noch immer dasselbe.