Philips' „Hue“-Leuchtmittel kann man seit Neuestem auch via Apples HomeKit bedienen. (Foto: Philips) Philips Hue und Apple HomeKit

Die größte Hürde fürs Smart Home

Bei aller Begeisterung fürs Smart Home soll eine Hürde nicht verschwiegen werden, vor der diese Technik steht: Standardisierung. Aktuell ist die Lage ein wenig so wie bei Computern Anfang der 80er: Viele Hersteller versuchen ihre Ideen und Produkte am Markt zu platzieren, aber untereinander arbeiten die Geräte nicht immer zusammen.

Es gibt beim Smart Home beispielsweise kein "Betriebssystem", auf das sich alle Hersteller bereits geeinigt hätten. Ein solches System würde festlegen, wie die Geräte miteinander kommunizieren, wie Daten erfasst und abgelegt werden und vieles mehr. Computer gibt es heute im Wesentlichen mit Windows oder OS X, alternativ mit Linux. Bei Smartphones haben Android und Apples iOS derzeit den Markt soweit im Griff, dass alle anderen kaum eine Rolle spielen. Von so einer Situation sind wir beim Smart Home noch eine Weile entfernt. Das hat für Verbraucher den Vorteil, dass es mehr Auswahl gibt und Systeme mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Setzt man aber aufs falsche Pferd, kommt man vielleicht nach einigen Jahren nicht mehr weiter.

Nicht einmal bei den Funktechnologien herrscht Einigkeit. Das in vielen Haushalten bereits im Einsatz befindliche WLAN nach dem Standard IEEE 802.11 eignet sich leider nur auf den ersten Blick. Man könnte meinen: Was für Laptop, Tablet und Smartphone gut genug ist, sollte doch wohl auch für Schalter, Sensoren, Steckdosen, Glühlampen und andere "smarte Dinge" reichen. Problem: Der WLAN-Standard ist vor allem auf hohen Datendurchsatz ausgelegt und nicht so sehr auf Energieeffizienz. Ein Router hängt normalerweise direkt an der Steckdose und soll Daten aus dem Internet so schnell wie möglich an alle verbundenen Geräte verteilen. Smart-Home-Gadgets haben aber kaum Daten zu senden und zu empfangen, sondern sollen vor allem möglichst sparsam mit ihrer Batterie oder dem Akku umgehen. Denn wer will schon jeden Tag sein "schlaues" Haustürschloss aufladen, damit es auch morgen noch öffnet? Deshalb gibt es entsprechend spezialisierte Funkstandards wie ZigBee, Z-Wave und EnOcean, unter denen sich aber noch kein Favorit herausgeschält hat.

Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf darüber klar zu werden: Bringt das Angebot des Herstellers alles mit, was ich künftig machen möchte? Und sofern das nicht der Fall ist: Kann ich damit leben, dass verschiedene Aufgaben fürs Smart Home nicht direkt zusammenarbeiten?

Nicht zuletzt arbeitet so manches Startup auch genau an diesem Problem, wie beispielsweise das deutsche Home. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, zwischen den Geräten der verschiedenen Hersteller zu vermitteln - sozusagen als elektronischer Simultandolmetscher. Oder ein Anbieter wie SmartThings bringt einen Hub heraus, der sich sowohl auf ZigBee als auch auf Z-Wave versteht und ganz offiziell mit Geräten anderer Hersteller zusammenarbeitet.