Im Idealfall verrichtet das Smart Home ganz unauffällig seinen Dienst. In diesem Foto ist beispielsweise die Klimasteuerung von Tado versteckt. (Foto: Tado) Tado

Beispiele für den simplen Einstieg

Man muss nicht gleich ein Vermögen ausgeben und Wände aufbohren, wenn man sein Zuhause ins 21. Jahrhundert bringen möchte. Ein wenig mehr Komfort und Sicherheit gibt es schon für kleines Geld. Und selbst aufwändigere Funktionen kann man mit drahtlosen Lösungen umsetzen.

Wir geben hier einige ausgewählte Beispiele. Diese Liste ist bei Weitem nicht vollständig, sondern soll lediglich einen Eindruck von der Vielfalt auf dem Markt vermitteln.

Grundsätzlich kann man dabei unterscheiden: 

  • Einzelne Geräte, die in der Regel eine spezielle Funktion übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Heizungsthermostate, Überwachungskameras oder schaltbare Steckdosen. Sie können in ein größeres System eingebettet sein, müssen sie aber nicht und manche sind nur als Stand-alone-Lösung gedacht.

  • Sets, bei denen man oftmals in einem Paket mehrere Geräte bekommt, die über eine Zentrale gesteuert werden. Auch sie haben bisweilen ein Oberthema wie beispielsweise "Sicherheit" oder "Energie sparen".

  • Und mit Systemen ist in diesem Fall alles gemeint, was als umfassendes Angebot daherkommt. Hier sprechen wir dann über Hausautomatisierung. Es bringt Bausteine mit, die alle drei wesentlichen Smart-Home-Bereiche ansprechen: Komfort, Sicherheit und Energie sparen. Es lässt sich individuell auf die Bedürfnisse des Kunden anpassen.

Eine Auswahl von Sensoren aus Belkins „WeMo“-Reihe. (Foto: Belkin) Belkin WeMo Sensoren

Belkin WeMo

Belkins WeMo hatte mit einzelnen Gadgets wie einer fernsteuerbaren Steckdose oder einem vernetzten Bewegungsmelder angefangen und ist inzwischen zu einer recht umfänglichen Produktfamilie angewachsen. Dazu gehören auch Leuchtmittel ganz im Stile von Philips Hue, aber auch Küchengeräte wie eine Kaffeemaschine, Überwachungskameras oder ein "smarter" Luftbefeuchter. Sie kann man via App fernbedienen oder auf verschiedene Weise automatisieren. So arbeitet WeMo beispielsweise mit dem Webdienst IFTTT zusammen. Die Abkürzung steht für "If This Then That", also "Wenn dies, dann das". Hier kann man verschiedene Dienste miteinander verknüpfen und automatisierte Aktionen auslösen - die nun auch das "Internet der Dinge" und dabei WeMo-Geräte umfassen.

Gigaset Elements setzt auf eine stromsparende Variante des DECT-Standards. (Foto: Gigaset) Gigaset Elements

Gigaset Elements

Die Marke Gigaset kennt man vor allem in Verbindung mit Schnurlostelefonen und daher überrascht es nicht, wenn deren Smart-Home-Angebot ebenfalls auf den Funstandard DECT setzt - hier allerdings in seiner stromsparenden "ULE"-Version. Die Macher konzentrieren sich hier bislang vor allem auf das Thema Sicherheit. Tür- und Fenstersensoren können über Aktivitäten informieren, auch eine Überwachungskamera lässt sich einbinden und eine Sirene. Auf diese Weise kann man sich also seine eigene, einfache Alarmanlage schaffen.

Piper ist eine Smart-Home-Überwachungskamera, die zugleich zum Hub für weitere Geräte werden kann. (Foto: Piper) Piper Smart-Home-Überwachungskamera

Piper

Der Markt der "schlauen" Überwachungskameras wächst beständig und Piper ist nur ein Beispiel unter vielen. Konkurrenten mit ähnlichen Angeboten sind unter anderem Canary oder auch die zu Google/Alphabet gehörende Nest Cam (ehemals Dropcam). Zwei Dinge machen Piper in meinen Augen interessant: Zum einen gibt es hier keine monatlichen Kosten für einen angebundenen Cloud-Dienst. Zum anderen versteht sich Piper auf den Smart-Home-Funkstandard Z-Wave. Auf diese Weise lässt sich die Kamera mit kompatiblen Geräten anderer Hersteller verbinden und die Piper-Macher wollen hier in Zukunft noch mehr anbieten. Insofern könnte die Kamera am Ende zum Smart-Home-Hub werden.

Mit Tado lassen sich Heizung und Klimaanlage fernbedienen und automatisieren. (Foto: Tado) Tado Heizungssteuerung

Tado

Neben Sicherheitssystemen ist die Steuerung von Heizung und Klima ein anderes beliebtes Thema im Bereich Smart Home. Tado aus München verspricht hier vor allem mehr Komfort und Einsparungen bei den Energiekosten. Zum einen kann Tado die Klimaanlage automatisieren. Zum anderen lässt sie sich via App auch fernbedienen. Andere Beispiele in diesem Bereich sind der Netatmo Thermostat oder das Angebot von Nest.

Philips' „Hue“-Leuchtmittel lassen sich fernbedienen und automatisieren. Ein zentraler Hub kann die Steuerung übernehmen. (Foto: Philips) Philips Hue

Philips Hue

Die Stimmungsleuchten von Philips sind sicher eines der bekanntesten Beispiele für vernetzte Einzelgeräte. Hier geht es vor allem darum, dass man sie fernbedienen kann - also ein- und ausschalten, dimmen oder Farbe ändern. Sie lassen sich auch automatisieren: Man kann sie beispielsweise zeitgesteuert einschalten und den Farbton je nach Tageszeit ändern. Das alles klappt via App und nutzt den Funkstandard ZigBee. Inzwischen arbeitet Hue auch mit Apples HomeKit zusammen und lässt sich darüber via Siri per Sprachbefehl bedienen. Ebenso lassen sich die Hue-LED-Lampen in andere Smart-Home-Systeme integrieren. Und wer nicht mit seinem Smartphone herumhantieren will, bekommt ebenfalls eine Lösung: Philips hat einen speziellen Lichtschalter mit Dimmfunktion im Angebot, den man aus seiner Handhalterung entnehmen kann. Er kann bis zu zehn Leuchten zugleich bedienen.

Das von Samsung gekaufte SmartThings bietet eigene Geräte an, arbeitet aber zugleich mit vielen anderen Herstellern zusammen. (Foto: SmartThings) SmartThings

SmartThings

Das inzwischen zu Samsung gehörende Angebot umfasst beispielsweise einen Smart-Home-Hub, der sich auf die beiden Funkprotokolle ZigBee und Z-Wave versteht. Damit kann er eine Brücke zu vielen weiteren Geräten schlagen. So lassen sich beispielsweise die oben bereits erwähnten "Hue"-Leuchtmittel von Philips ebenso einbinden wie Belkins "WeMo"-Reihe. Es gibt eine offizielle "Works with SmartThings"-Auszeichnung. Zugleich haben die Macher eigene Produkte wie Bewegungssensoren im Angebot. Gestartet war das Projekt übrigens ursprünglich auf Kickstarter.

Und viele mehr!

Wie eingangs erwähnt: Es gibt viele weitere Anbieter und Angebote. Im Bereich der umfangreicheren Systeme beispielsweise Qivicon, HomeMatic, Loxone oder RWE Smarthome. Casenio wiederum hat sich auf "technikunterstütztes Wohnen" beispielsweise für Senioren spezialisiert. Und der KNX-Standard wäre leicht einen eigenen Beitrag wert.

Aber wer nur einige wenige Funktionen benötigt oder einfach einmal ausprobieren möchte, wie groß der Komfort- und Sicherheitsgewinn tatsächlich ist, findet eben auch zahlreiche Angebote.

Tipp zum Weiterlesen: Hier bei Euronics gibt es einen eigenen Bereich rund um Heimvernetzung!