Besondere Features: Nicht dein alltägliches Smartphone

Während sich Smartphones über die Modellreihen hinweg in gewisser Weise immer ähnlicher werden, können sie über manche Funktionen und Fähigkeiten doch noch einen Unterschied machen. Dieser Beitrag erklärt einige davon, die mal mehr, mal weniger verbreitet sind.

Mobiles Bezahlen per NFC mit einem Samsung Galaxy Note 5 (Foto: Samsung) Samsung Galaxy Note 5

NFC: Unsichtbarer kleiner Helfer

NFC steht für „Near Field Communication“. Gemeint ist damit eine drahtlose Verbindung, die aber nur funktioniert, wenn man sich in unmittelbarer Nähe befindet. Im Gegensatz zu Mobilfunk, Wi-Fi oder auch Bluetooth hat es also eine extrem geringe Reichweite. Das ist Absicht: Es geht darum, möglichst schnell, einfach und stromsparend einige wenige Daten auszutauschen.

In der Praxis wird das beispielsweise für Mobile Payment verwendet. Nur zu diesem Zweck hat Apple beispielsweise NFC ab Modell 6 ins iPhone integriert. Es kann dort aber keine andere Funktion übernehmen.

Eine andere praktische Anwendung ist z.B., um Geräte ohne Eingabe von Daten via Bluetooth oder Wi-Fi miteinander zu verbinden. Man denke hier an Digitalkameras mit NFC und WLAN. Das macht das Leben ein kleines bisschen simpler.

Ein anderes Beispiel sind NFC-Tags, die man im Büro oder zu Hause an besonderen Orten anbringen kann. Auf diese Weise kann das Smartphone dann erkennen, dass man am Schreibtisch sitzt, zu Hause angekommen ist oder schlafen geht – und automatisch darauf reagieren.

Wen macht dieses Foto nervös? Im Bild: Sony Xperia Z3+. (Foto: Sony) Sony Xperia Z3+

„Rugged“ und wasserfest: Macht ganz schön was mit

Smartphones sollen uns rund um die Uhr begleiten. Das bedeutet aber auch, dass sie mehr mitmachen müssen – zumindest Regen, vielleicht Staub oder auch einmal den einen oder anderen Sturz.

Gegen Spritzwasser sind Smartphones zunehmend geschützt. Man sollte sie deshalb aber nicht unbedingt zum morgendlichen E-Mail-Lesen mit in die Dusche nehmen... 

Darüber hinaus gibt es spezielle Smartphones (und auch Tablets), die „rugged“ sind, also auch für extremere Bedingungen als eine Großstadt geeignet und die man nicht mit Samthandschuhen anfassen muss. Sie halten auch mal Stöße aus, können runterfallen und generell wie ein Werkzeug benutzt werden.

Wenn das Wunsch-Smartphone das nicht aufweist, gibt es übrigens für viele gängige Modelle auch passende Hüllen.

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Modular und erweiterbar: Vielseitiger als normal

Generell gesprochen werden Smartphones immer stärker integriert. Das bedeutet: Oftmals kann man nicht einmal mehr den Akku selbst austauschen. Selbst ein Slot für Speicherkarten ist längst nicht mehr selbstverständlich. Auf diese Weise können die Hersteller ihre Geräte noch dünner und kompakter machen. Das Gehäuse lässt sich zudem einfacher stabil konstruieren, wenn man keine Klappen etc. vorsehen muss.

Für den Nutzer bedeutet das aber, dass sich fehlerhafte Teile nicht einfach austauschen lassen und dass man die Funktionen eines Smartphones nicht aufrüsten kann. Wozu eigentlich ein komplettes neues Gerät kaufen, wenn man einfach nur eine bessere Kamera haben möchte?

Es gibt diverse Projekte, die an modularen Smartphones arbeiten. Google hat beispielsweise sein Project Ara. Darüber hinaus gibt es Produkte wie das Fairphone 2, bei dem sich die Bauteile einfacher austauschen und ersetzen lassen. Außerdem hat LG bei seinem neuen Spitzenmodell LG G5 einen Erweiterungsschacht vorgesehen.

Ein Windows-Smartphone als PC mit dem Microsoft Display Dock (Foto: Microsoft) Microsoft Display Dock

Smartphone als Notebook: Von der Hosentasche auf den Schreibtisch

Wie schon beschrieben, werden Smartphones immer leistungsfähiger. Die Prozessoren im Innern haben immense Fortschritte gemacht. Die Rechen- und Grafikpower des iPad Pro von Apple beispielsweise ist auf Augenhöhe mit vielen Notebooks. Es ist absehbar, dass wir bald dieselbe Performance in Smartphones haben werden. Brauchen wir dann eigentlich noch Notebooks und Desktops? Warum kann ich nicht einfach Display, Tastatur und Maus anschließen und den Rechner im Innern meines Smartphones als PC nutzen?

Genau daran wird an verschiedenen Stellen gearbeitet. Microsoft nennt das entsprechende Feature in Windows beispielsweise Continuum. Das Software-Unternehmen ist hier mit seiner Gesamtstrategie gegenüber Android und Apple im Vorteil: Es setzt von vornherein darauf, dass die gleiche Betriebssystem-Basis auf allen Geräten laufen soll.

Android ist von Haus aus so anpassbar, dass es bereits Hersteller gibt, die damit nicht nur Tablets, sondern auch Notebooks betreiben. Das von Google unabhängige Projekt Remix OS nimmt Android und erweitert es um entsprechende Funktionen. Gut möglich, dass Google selbst einmal ein entsprechendes Feature anbietet.

Und auch im Linux-Bereich gab es schon entsprechende Bestrebungen, beispielsweise bei Ubuntu.

Noch sind wir ein kleines Stückchen davon entfernt, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Wie man anhand von Microsofts Contiuum sieht, kann das aber schon sehr bald der Fall sein.

Dual SIM: Doppelt genäht hält besser

Nicht nur, dass der Trend durchaus zum Zweit-Smartphone geht: Manches Smartphone kann darüber hinaus gleich zwei SIM-Karten aufnehmen. Praktisch ist das in verschiedenen Situationen:

  • Man hat eine private und eine dienstliche Mobilnummer, möchte aber eben nicht zwei Geräte mit sich herumschleppen.

  • Man ist viel im Ausland unterwegs und möchte einerseits nicht fürs noch immer teure Roaming bezahlen und andererseits unter der eigenen Nummer trotzdem erreichbar bleiben. Also besorgt man sich vor Ort eine lokale SIM und kann diese dann im gleichen Gerät nutzen.

  • Oder man hat zwei getrennte Tarife, weil einer bspw. nur für Daten zum Einsatz kommt.

Drahtloses Aufladen eines Samsung Galaxy S6 Edge (Foto: Samsung) Samsung Galaxy S6 Edge

Drahtloses Laden: Strom ohne Strippe

Drahtloser Strom ist eine dieser Techniken, die in der Theorie gut klingen, in der Praxis aber (noch) vor einigen Hürden stehen. Hauptproblem hier ist gar nicht die Technologie dahinter. Vielmehr sind es inkompatible, konkurrierende Standards. So kommt es dann, dass der drahtlos ladende Tisch im Café um die Ecke vielleicht nicht mit dem eigenen Smartphone funktioniert, obwohl das an sich darauf vorbereitet ist.

Hier hat es in den vergangenen Monaten einiges an Bereinigung gegeben. Im Sinne der Kunden kann man hier nur wünschen, dass sich am Ende ein Standard durchsetzt – der dann hoffentlich auch gut funktioniert.

Aber auch so kann drahtloses Laden ein Plus am Bequemlichkeit bringen: Kein Gefummel mehr mit Kabeln und Steckern, einfach das Smartphone auf den Lade-Diskus legen. Hier kommt's dann nur auf die genutzte Technik an, wie exakt das Gerät abgelegt werden muss.

Richtig spannend wird es aber erst, wenn drahtlose Ladestationen zum Alltag geworden sind. Also so wie das jetzt schon für WLAN an öffentlichen Orten zu beobachten ist.

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