Der Smartphone-Markt auf einen Blick

Smartphones werden immer besser und leistungsfähiger, aber zugleich auch größer. Dieser Beitrag zeigt, wohin sich der Markt gerade entwickelt.

Das Smartphone als ständige Begleiter – für die meisten nicht mehr wegzudenken. (Foto: Sony) Sony Xperia C5 Ultra Smartphone

Wieso sind Smartphones so beliebt?

Schon vor dem iPhone gab es Handys mit Touchscreen. Man konnte auch so etwas wie Apps installieren – wenn man denn wollte und herausfand, wie genau das funktionierte. Zum Kassenschlager wurden diese Geräte aber nicht.

Apples iPhone erfand neu, wie man ein Handy allein mit seinen Fingern bediente (Multitouch). Es brachte einen erstaunlich leistungsfähigen und für mobile Webseiten optimierten Browser und andere so noch nie gesehene Features mit. Richtig los ging die Revolution aber erst ein Jahr nachdem Steve Jobs das erste Modell gezeigt hatte: Als Apple den App Store vorstellte.

Die Erfolgsformel lautet also: großer Touchscreen + simple Fingerbedienung + Apps. Der Rest ist Geschichte. Alle modernen Smartphones folgen diesem grundlegenden Modell. Ebenso die am meisten verkauften Tablets.

Was macht Smartphones nun so erfolgreich? Man hat einen leistungsfähigen Computer in der Hosentasche, der dank Internetverbindung und eingebauter Sensoren vollkommen neue Anwendungen ermöglicht. Zugleich ist die Bedienung aber nicht so komplex wie an einem Computer. Man kann auch „mal eben schnell“ nachsehen, was auf Facebook los ist, wo man sich befindet, welches Restaurant in der Nähe die besten Kritiken bekommt oder ob man Nachrichten bekommen hat. Man kann erstaunlich gute Fotos machen oder Videos aufnehmen, direkt auf dem Gerät simpel bearbeiten und sofort hochladen, um sie mit der Welt zu teilen. Ein Smartphone kann auch selbst Schritte zählen oder zur Steuerzentrale für Activity Tracker, Smartwatches oder das Smart Home werden.

Und wen das alles nicht interessiert, kann ein Smartphone auch ganz einfach wie ein klassisches Handy benutzen. Aber ich würde fast wetten: Früher oder später entdeckt jeder etwas, was nur mit einem Smartphone möglich wird, und möchte nicht mehr darauf verzichten.

Große Displays sind in vielen Situationen praktisch, auch beim Fotografieren. (Foto: Samsung) Samsung Galaxy S6 Edge

Wieso werden Smartphones immer größer?

Über lange Zeit wurden Handys immer kleiner und kleiner. Dann kamen die Smartphones und seitdem geht es in die andere Richtung. Wie kommt's?

Technische Gründe gibt es dafür kaum. Es ist also nicht so, dass der Rechner im Innern so viel Platz brauchen würden. Allenfalls die Akkulaufzeit lässt sich durch größere Akkumulatoren verlängern. Viele Hersteller machen diesen Vorteil aber gleich wieder wett, indem sie immer höher auflösende (und damit energiehungrige) Displays verbauen.

Der eigentliche Grund ist einfach: Viele Kunden wollen ein großes Display. Weil Fotos und Videos darauf besser aussehen. Weil man in Listen und auf Websites mehr sieht. Weil man Texte wie E-Mails, Artikel oder auch E-Books bequemer darauf lesen kann. Und nicht zuletzt auch, weil sich besser darauf schreiben lässt: Es ist auf großen Displays einfacher, die einzelnen Buchstaben einer virtuellen Tastatur zu treffen.

Die Hersteller von Android-Smartphones erkannten diesen Bedarf recht schnell. Allen voran Samsung mit der „Galaxy Note“-Modellreihe inklusive Stylus für Notizen und Skizzen. Anfangs wurden diese „Frühstücksbrettchen“ noch verlacht. Inzwischen hat sich die Wahrnehmung doch sehr verändert.

Eine Diagonale von 4 Zoll gibt es heute kaum noch. 4,5 bis 5 Zoll gelten schon als „kompakt“ oder „mini“. 5,0 bis 5,5 Zoll ist das neue Normalmaß. 5,5 Zoll und mehr sind aber ebenfalls sehr beliebt. Wem das zu groß erscheint, der sollte das einfach mal ausprobieren, denn nicht selten hat man sich schnell daran gewöhnt. Um hier einen ehemaligen Kollegen zu zitieren: "Die Hände wachsen mit dem Gerät".

Umstritten ist das Streben nach Größe bei Kunden vor allem deshalb, weil die beste Technik oftmals nur in den großen Modellen zu finden ist. Wer ein kompakteres Modell haben möchte, muss meist mit älterer Technik oder einer generell einfacheren Ausstattung vorlieb nehmen. 

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Android, iPhone und andere Systeme im Vergleich

Mit den Smartphones wurde der Handymarkt nachhaltig umgekrempelt. So mancher alte Name ist verschwunden, viele neue sind aufgetaucht. Im Wesentlichen gibt es aktuell zwei Plattformen: 

  • Das von Google geförderte Android ist mit Abstand am weitesten verbreitet. War es ursprünglich intern  als Konkurrenz zum BlackBerry geplant, wurde es nach der Vorstellung von Apples iPhone sehr schnell passend weiterentwickelt. Hersteller wie Samsung ergriffen die Chance, Apple Paroli zu bieten – mit Erfolg. Nirgends findet der Kunde heute eine so große Vielfalt an Modellen mit unterschiedlichsten Funktionen und in allen Preisklassen. Auch bei den Apps gibt es eine enorme Auswahl. Die Hersteller können Android dabei den eigenen Ideen gemäß verändern und erweitern. Google investiert zugleich viel Energie und Zeit darin, die Plattform voranzutreiben. Eine Stärke von Android ist bei alldem weiterhin seine große Anpassbarkeit. Nirgends sonst kann man sein Gerät so dem individuellen Geschmack anpassen wie hier.

  • Apples iPhone hatte die Smartphone-Revolution 2007 ausgelöst. Das Unternehmen hat es verstanden, Hardware, Software und Dienste laufend weiterzuentwickeln. Während Android-Hersteller das Betriebssystem von Google beziehen, kommt bei Apple alles aus dem eigenen Hause. Und obwohl das iPhone einen deutlich kleineren Marktanteil als Android insgesamt hat, ist es doch das erfolgreichste Smartphone. Mit hochwertigem Design und immer wieder neuen Funktionen begeistert Apple seine Kundschaft. Weiterhin erscheinen Apps in der Regel zunächst für das iPhone und dann erst für Android. Dazu gehören manchmal sogar auch Googles Apps. Die iPhones werden von Testern oftmals für ihre ausgewogen gute Leistung gelobt. Nicht zuletzt fügt sich das iPhone natürlich nahtlos in Apples Ökosystem ein.

  • Microsoft hat den beiden vorherrschenden Betriebssystemen Android und iOS lange versucht Paroli zu bieten. Über die Nische ist Windows Phone allerdings nie heraus gekommen und in den letzten Jahren ist der jüngste Ansatz Windows 10 Mobile von Misserfolg gekrönt gewesen. Neue Geräte mit der Plattform gibt es kaum noch, Microsofts Marktanteil ist auf unter 1 Prozent gesunken. Es ist nicht auszuschließen, dass es noch einmal einen Neustart geben wird. Aktuell jedenfalls spielt Windows für Mobilgeräte keine Rolle mehr. 

  • Der Friedhof der ehemaligen Mobilfunksysteme wird immer länger. Android und iOS haben in den vergangenen Jahren unter anderem schon beerbt: Symbian, MeeGo, WebOS, Blackberry 7 und 10, Ubuntu for Mobile, Bada und Firefox OS. Einzelne konkurrierende Ansätze gibt es noch, aber die spielen auf dem hiesigen Markt aktuell keinerlei Rolle. Insofern: Die Entscheidung fällt derzeit zwischen Android und Apple iPhone.

Wer die neuesten Features will, wird zum High-End-Modell greifen wie hier Samsungs Galaxy S7 Edge. (Foto: Samsung) Samsung Galaxy S7 Edge

Smartphone-Preisklassen

Wer sich für ein neues Smartphone interessiert, ist mit einer Vielzahl an Modellen konfrontiert. Man kann sie grob in drei Preiskategorien sortieren: 

  • Einsteigermodelle sind schon für 50 bis 200 Euro ohne Vertrag zu bekommen. Sie verwenden logischerweise nicht die beste oder neueste Technik. Der Prozessor leistet weniger, die Kamera hat eine geringere Auflösung oder der eingebaute Speicher ist sehr knapp bemessen. Alles in allem finden sich aber selbst in der günstigsten Preisklasse inzwischen einige Modelle, die man Smartphone-Einsteigern guten Gewissens empfehlen kann.

  • Die Mittelklasse bekommt oftmals die Technik des Vorjahres. Die aber ist nicht plötzlich schlecht oder unbenutzbar geworden. Insofern kann es für so manchen ein guter Tipp sein, sich ganz bewusst aus dem Hype um die jeweils neueste Modellgeneration zurückzuhalten.

  • Oberklasse, High-End: Oftmals sind diese Geräte um die 500 bis 800 Euro ohne Vertrag angesiedelt und repräsentieren das Beste vom Besten und das Neueste vom Neuesten. Wer Spiele spielen will, neue Dinge wie Virtual Reality ausprobieren will, viel fotografiert etc.pp. wird sehr wahrscheinlich hier landen.

Alle diese Preisklassen sind aber in den letzten Jahren durchlässiger geworden. Gerade die Hersteller von Android-Smartphones bieten sich einen harten Konkurrenzkampf. Chinesische No Name-Hersteller unterbieten diese Preise meist noch radikal. Gut für die Kunden: Die bekommen auch mal Oberklasse-Funktionen zum Mittelklasse-Preis.

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