Vor allem die Hardware von Smartwatches lässt noch Wünsche offen, unter anderem die Performance und die Akkulaufzeit. (Foto: TechStage, flickr.com. Lizenz: CC BY-ND 2.0) Sony SmartWatch 3 Steel Edition

Zukunft der Smartwatches

Einmal angenommen, Smartwatches stellen sich nicht als kurzlebiger Hype heraus: Was können wir in den nächsten Jahren erwarten? Zum einen gibt es da viele offensichtliche Möglichkeiten, die aktuellen Geräte zu verbessern. Zum anderen wird an neuen Technologien geforscht, die diese Geräte in eine neue Dimension heben könnten.

Die offensichtlichen Wünsche

Eines ist bei alldem klar und wird auch in nahezu jedem Testbericht einmal erwähnt: Die aktuellen Smartwatches sind die erste Gerätegeneration. Oder sagen wir einmal so: Man sollte sie als erste Generation ansehen, auch wenn es genau genommen natürlich schon etliche Vorläufer gab.

Insofern gibt es in den kommenden Generationen noch viele offensichtliche Schwächen, an denen die Hersteller arbeiten können (und müssen). Einige Beispiele:

  • Akkulaufzeit. Bei den meisten Modellen ist man schon glücklich, wenn sie einen ganzen Tag durchhalten. Es wäre natürlich bequemer, die Smartwatch nicht jede Nacht laden zu müssen. Zudem könnte man sie dann auch dazu nutzen, das Schlafverhalten aufzuzeichnen. Neuere Modelle sollen bereits länger durchhalten, wenn man den Angaben der Hersteller vertraut.

  • Display. Wären die Akkus leistungsfähiger, müssten die Smartwatches auch nicht so geizig mit ihren Screens sein. Die Apple Watch schaltet ihr Display beispielsweise standardmäßig erst ein, wenn sie per Handbewegung oder Fingertipp dazu aufgefordert wird. Andere Smartwatches reduzieren die Anzeige auf ein Minimum. Zugleich müssen die Displays natürlich bei jeder Beleuchtung und aus praktisch jedem Blickwinkel leicht ablesbar sein.

  • Performance. Es will sicherlich niemand 3D-Egoshooter auf seiner Armbanduhr spielen (oder?), aber es soll alles stets flüssig und schnell reagieren.

  • Design und Verarbeitungsqualität. Apples Smartwatch ist bekanntlich nicht die erste auf dem Markt, aber sie zielt als erste sehr direkt auch auf Armbanduhr-Liebhaber. So bekommen Apples teure Armbänder beispielsweise durchaus viel Lob von Enthusiasten. Gewinnen sie hier Kunden, winkt eine Menge Geld. Viele andere tummeln sich hingegen im Preisbereich bis etwa 350 Euro. Entsprechende Kompromisse bei Materialauswahl und Verarbeitung waren da unvermeidlich. Inzwischen wagen sich einige Hersteller auch in höherpreisige Segmente. Man darf gespannt sein, wie die erhoffte Kundschaft darauf reagiert.

Gebogene Displays wie hier bei der Samsung Gear S ermöglichen neue Bauformen. (Foto: Samsung) Samsung Gear S

Woran geforscht wird

Einige dieser Punkte werden sich in den nächsten Monaten und Jahren allein durch den technischen Fortschritt lösen. Chips werden leistungsfähiger und sparsamer. Akkus werden besser. Da kommt es dann nur darauf an, dass die Hersteller die richtigen Prioritäten setzen. Im Zuge dessen werden Smartwatches zudem sicher kompakter, also insgesamt kleiner und dünner.

Samsung hat derweil beim Galaxy S6 Edge bereits gezeigt, was mit gebogenen Displays möglich ist. Viele Designentwürfe (oder ambitionierte Kickstarter-Projekte) zeigen Smartwatches, die wie ein Armband aussehen. Hier müssen dann allerdings auch Elektronik und Akkus in einen solchen Entwurf passen. Und nicht zuletzt soll das alles bezahlbar bleiben. Ein bisschen bescheidener zeigt es Samsung bei seiner Smartwatch Galaxy Gear S: Hier ist der Screen leicht gebogen, um das ansonsten doch recht groß geratene Gadget eleganter wirken zu lassen.

Hybrid-Displays wären außerdem spannend. Sie vereinen die Eigenschaften von E-Ink und klassischen Screens miteinander. E-Ink ist stromsparend und auch im prallen Sonnenlicht noch bestens ablesbar. Dafür kommt es mit Farben und Animationen nicht so gut zurecht, wie die LCD-, LED oder AMOLED-Varianten. Pixel Qi war hier ein interessanter Kandidat. Dessen Macherin ist inzwischen zu Google gewechselt – um an einem Displayprojekt zu arbeiten.

Interessant sind auch Display-Prototypen, die zugleich als Solarpanel dienen. Kyocera hatte hier beispielsweise etwas gezeigt. Natürlich ist die Fläche einer Smartwatch denkbar klein und sie ist auch nicht immer dem Licht ausgesetzt. Denkbar wäre aber schon, dadurch die Laufzeit ein wenig zu verbessern.

Und in Zukunft könnten sogar unsere Körper die Energie für Gadgets liefern. Wobei mich das allerdings ein bisschen zu sehr an die Matrix erinnert...