Profi-Liga: Die Über-Tablets kommen!

Eine neue Spezies entsteht: „Pro“-Tablets. Sie richten sich an Kunden, die nach einer Alternative zum klassischen Notebook suchen. Hier fünf aktuelle Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge.

Über längere Zeit wird man das Apple iPad Pro nicht wie hier gezeigt in einer Hand halten wollen. (Foto: Apple) Apple iPad Pro

Apple iPad Pro

Spätestens wenn Apple in einen Markt eintritt, weiß man: Die Produktkategorie muss man eventuell ernst nehmen. Ob es der iPod für die MP3-Player war, das iPhone für Touchscreen-Handys, das iPad für Tablets oder anno dunnemals der erste Mac für die grafische Benutzeroberfläche und die Computermaus: Apple war oft nicht der erste Hersteller mit solchen Produkten, aber sie haben fast immer Eindruck hinterlassen.

Das iPad Pro ist mit seinem 12,9-Zoll-Display in Sachen Größe klar im Notebook-Bereich angekommen. 2.732 x 2.048 Pixel (264 ppi) sind beeindruckend. Mit 713 Gramm hat es ein ähnliches Gewicht wie das allererste iPad von 2010. Tests bescheinigen dem Über-iPad bei eine beeindruckende Performance. 32 oder 128 GB Speicher sind möglich, optional gibt es zusätzlich zu Wi-Fi auch eine Mobilfunkverbindung.

Als Zubehör gibt es den Apple Pencil als aktiven Stylus und ein Tastaturcover, das sich über den neuen „Smart Connector“ mit dem iPad Pro verbindet und mit Strom versorgt wird. 

Größtes Hindernis auf dem Weg zum Erfolg ist für das iPad Pro derzeit noch die Auswahl an Apps, die das große Display und die Performance ausnutzen. Nach und nach passen aber immer mehr Entwickler ihre Programme an. Interessanterweise gehört auch Microsoft dazu, die parallel zum iPad Pro eine neue Version von Office für iOS vorgestellt haben.

Das Pixel C ist Googles Entwurf eines Tablets, das mehr ist als nur ein Gerät für den Medienkonsum. (Foto: Google) Google Pixel C

Google Pixel C

So stellt sich Google ein Tablet vor, das auch als Notebook-Ersatz taugt. Das neueste Android 6.0 „Marshmallow“ kommt zum Einsatz. Das Display ist mit seiner Diagonale von 10 Zoll zwar kleiner als bei der hier versammelten Konkurrenz, aber dafür kann es mit der sehr hohen Pixeldichte von 308 ppi beeindrucken (2.560 x 1.800 Pixel).

Interessant sind bei alldem zahlreiche Detaillösungen, an die Googles Ingenieure hier gedacht haben, vor allem im Zusammenspiel mit dem optionalen Tastaturcover. So lässt sich das Tablet in diversen Winkeln zum Keyboard positionieren. In der Transportposition wird die Tastatur zudem automatisch drahtlos wieder aufgeladen.

Das Pixel C gibt es mit 32 oder 64 GB Festspeicher, was für Poweruser sehr knapp bemessen ist. Im Innern arbeitet ein Quadcore-Prozessor von Nvidia. Als drahtlose Verbindung steht Wi-Fi nach den neuesten Spezifikationen zur Verfügung (802.11 a/b/g/n/ac). Eine Mobilfunkoption gibt es hier nicht.

Tester zeigten sich vom Pixel C begeistert und lobten nicht zuletzt die gute Verarbeitung der Aluminium-Hülle. Sie bemängelten allerdings fehlende Produktivitäts-Apps, die die Möglichkeiten des Geräts tatsächlich ausnutzen. 

Das ThinkPad X1 Tablet von Lenovo lässt sich über Module in seiner Funktionalität erweitern. (Foto: Lenovo) Lenovo ThinkPad X1 Tablet

Lenovo ThinkPad X1 Tablet

Das ThinkPad X1 Tablet von Lenovo ist ein spannender Vertreter der Windows-Tablets. Seine Besonderheit: Die Hardware lässt sich über diverse Module erweitern. So kann man es beispielsweise mit einem Mini-Beamer ausstatten oder mit zusätzlicher Akkulaufzeit und weiteren Schnittstellen. Ähnlich wie das Surface Pro und Samsungs Galaxy TabPro S hat es einen ausklappbaren Ständer integriert.

Als Zubehör gibt es auch hier eine Tastatur, die sich interessanterweise in verschiedenen Winkeln aufstellen lässt. ThinkPad-Fans werden darin ihren gewohnten TrackPoint vorfinden. Das Display wiederum misst 12 Zoll Diagonale und löst mit 2.160 x 1.440 Pixeln auf. Im Innern arbeiten Intel-Prozessoren vom Typ Core m7. Bis zu 1 TB Festspeicher sind möglich. Neben Wi-Fi steht außerdem LTE als Verbindung nach außen zur Wahl.

Für Windows-Tablets generell gilt, dass ihnen prinzipiell die große weite Welt der Desktop-Applikationen zur Verfügung steht. Zugleich arbeiten Entwickler darin, ihre Anwendungen für die Touch-Bedienung zu optimieren, aber das ist heute längst noch nicht immer der Fall. 

Mit dem Surface Pro 4 zeigt Microsoft, wie sie sich ein modernes Mobilgerät mit Windows vorstellen, das auch Notebooks ersetzen kann. (Foto: Microsoft) Microsoft Surface Pro 4

Microsoft Surface Pro 4

Das Surface Pro 4 ist ähnlich wie die anderen auf dieser Seite gezeigten Modelle als Tablet gedacht, das man wahlweise mit Tastatur betreiben kann – und in diesem Fall auch mit einer Maus oder einen Touchpad. Als Kunde kann man bis zu 1 TB Festspeicher bekommen und auch leistungsfähige Chips sind möglich: In der Maximalausstattung ein Intel Core i7 der aktuellen Generation mit bis zu 3,4 GHz im „Turbo Boost“-Modus. 

Für die Verbindung nach außen gibt es Wi-Fi, aber interessanterweise keine Mobilfunkoption. Das Zubehör „Surface Dock“ bringt weitere Anschlüsse mit: Dazu gehören 2x Mini DisplayPort, Gigabit Ethernet, 4x USB 3.0 und 1x Audio Out.

In einem eigenen Artikel könnt ihr mehr über das Microsoft Surface Pro 4 erfahren.

Mit dem Galaxy TabPro S zeigt Samsung seinen Wurf in Sachen Windows-Tablet im „Pro“-Segment. (Foto: Samsung) Samsung Galaxy TabPro S

Samsung Galaxy TabPro S

Samsung ist auch mit diversen Android-Tablets im Markt vertreten, aber für ihr neuestes Modell haben sie sich für Windows entschieden. Das TabPro S ist dabei genauso wie das ThinkPad X1 Tablet klar als Konkurrent zu Microsofts Surface Pro 4 gedacht. 

Allerdings stehen hier nur maximal 256 GB Festspeicher zur Auswahl. Das 12-Zoll-Display ist dafür ein AMOLED und hat 2.160 x 1.440 Pixel. Im Innern arbeitet ein aktueller Intel „Core m“-Prozessor (Dual Core, 2,2 GHz). Im mitgelieferten Tastaturcover kann man das Tablet in verschiedenen Winkeln aufstellen. Ähnlich wie beim iPad Pro wird das Keyboard über einen speziellen Anschluss bei der Nutzung mit Strom versorgt. Neben Wi-Fi kann man sein TabPro S auch mit einem LTE-Modul bekommen.

Über 10 Stunden soll das Tablet mit einer Akkuladung auskommen und sich bei Bedarf in 2,5 Stunden wieder voll aufladen lassen.

Alles in allem ein interessantes Angebot für jeden, der mit dem Einsteigermodell des Surface Pro 4 geliebäugelt hat. Microsoft bietet allerdings deutlich mehr Aufrüstoptionen an.

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