Gaming Monitore:
So wählst du deinen aus!

Der Markt für Gaming Monitore ist in Bewegung, vor allem bei Displaygrößen und Bildschirmauflösungen hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Full HD Auflösung gilt mittlerweile als Standard, die Diagonalen wachsen stetig an und selbst das bewährte 16:9 Format hat ernsthafte Konkurrenz bekommen. Natürlich zeigen Monitore nur ein Bild an, doch die Unterschiede sind gewaltig. Worauf Du beim Kauf achten solltest, erklären wir Dir in diesem Beitrag.

Diese Fragen solltest Du Dir im Vorfeld stellen:

  • Wie viel Geld willst Du ausgeben?

  • Spielst du überwiegend FPS- oder MMO-Games?

  • Welche Bildschirmdiagonale kommt für dich in Frage?

Größe: 27 Zoll sind heutzutage Standard

Waren früher Monitore mit Zollgrößen von 23 oder 24 Zoll am beliebtesten, führen mittlerweile 27 Zoll Monitore die Verkaufscharts an. Eine Diagonale von knapp 70 Zentimetern dürfte für die meisten Anwender ausreichen – auf den 27 Zoll lassen sich zum Beispiel bequem zwei Windows-Fenster nebeneinander darstellen. Größere Diagonalen (ab 32 Zoll aufwärts) bieten zwar noch mehr Platz (beispielsweise für Filmfreaks), kosten aber natürlich auch deutlich mehr. Vor dem Kauf solltest Du aber auf den passenden Sitzabstand achten. Generell gilt: Multipliziere die Diagonale mit 1,2 und Du erhältst den optimalen Sitzabstand. Bei einem 32 Zöller solltest Du also einen guten Meter weit vom Monitor weg sitzen.

Mehr Hertz bringt Speed

Beim Gaming Monitor zählt die Darstellungsgeschwindigkeit, weshalb der Bildwiederholrate eine besondere Bedeutung zukommt. Für Einsteiger reichen 60 Hertz (Hz) bzw 75 Hz aus, wer sich im professionellen Gaming Bereich bewegen möchte, sollte auf ein 144 Hz Display setzen. Im Premiumbereich sind bereits Monitore mit 165 Hz oder 240 Hz im Einsatz. Je mehr Hertz, desto häufiger wird das Bild wiederholt, desto klarer ist es. 

Die Auflösung bestimmt die Größe

Heutzutage gilt eine Full HD Auflösung bei PC Monitoren als Standard. Damit werden 1920x1080 Pixel dargestellt. Allerdings werden die Pixel auf einem 24 Zoll Monitor knackiger darstellt als auf einem 27 Zoll Monitor – der kleinere Monitor hat die größere „Pixeldichte“. Dies bedeutet, dass die gleiche Anzahl an Pixeln auf einem kleineren Display untergebracht werden muss, was wiederum zu einer höheren Pixeldichte führt. Als genereller Tipp: Bis zu einer 27er Zollgröße dürfte Full HD ausreichend sein. Willst Du einen größeren Monitor, solltest Du auf ein QHD bzw. WQHD (auch „Quad HD“ genannt) Panel setzen, welches mit 2560x1440 Pixel die vierfache HD-Auflösung bietet. Noch mehr Pixel bietet das Ultra HD (UHD) Format. Dies bezeichnet die vierfache Full HD Auflösung und kommt damit auf 3840x2160 Pixel. Mittlerweile drängen auch die ersten 4K Monitore auf den Markt und bringen im Schnitt Auflösungen von 4000x2000 Pixel. Wer Wert auf state-of-the-art Technik legt (und eine entsprechend potente Grafikkarte besitzt), kann hier bereits zuschlagen – für den Durchschnittsgamer reichen aber auch Full HD bzw. UHD aus.

G-Sync und Freesync gegen Ruckeln

Die Bildwiederholfrequenz und die Bildrate können beim Zocken aufgrund mangelnder Abstimmung teils zu Rucklern, Eingabeverzögerungen oder so genannten Tearings führen. Die Hersteller AMD und Nvidia setzen auf die Techniken „G-Sync“ (Nvidia) und „Freesync“ (AMD) um diesem Problem Herr zu werden. Während Nvidia zusätzliche Hardware im Monitor verbaut, setzt AMD auf eine Softwarelösung.

Auf das Panel kommt es an

Dein neuer Gaming Monitor basiert auf einer Flüssigkristallanzeige, dem LCD Panel. Teils werden zur Hintergrundbeleuchtung auch LEDs eingesetzt, ganz wie beim TV-Gerät. Auch OLED Displays (Bildschirme mit organischen Leuchtdioden) sind bereits auf dem Gaming Markt angekommen, konnten sich aber noch nicht durchsetzen. Bei den unterschiedlichen Panels wirst Du häufig auf folgende Abkürzungen stoßen: TN, IPS und VA.

Die Twisted Nematic bzw. TN Technik ist das Panel für Einsteiger, werden die Displays doch besonders günstig angeboten. Sie überzeugen mit schneller Reaktionszeit, lassen aber keinen Blick von der Seite zu – nur wer von vorne auf den TN Monitor schaut, sieht realistische Farben und gute Kontraste.

Beim IPS Panel besteht dieses Problem nicht, die Panels überzeugen mit großer Blickwinkelstabilität: Auch wer seitlich auf den Bildschirm schaut, wird keine Fehlfarben entdecken. Displays mit „In-plane-switching“ (IPS) Technik bieten satte und natürlich Farben, aber eine geringere Reaktionsgeschwindigkeit als TN Monitore.

Die dritte bekannte Technik ist das „Vertical Alignment“ (VA). VA-Monitore schalten aber nicht so schnell wie die anderen Displays und sind deshalb im Gaming Monitor Bereich nicht allzu stark vertreten.

OLED Panels: OLEDs sind organische LEDs, welche derzeit vor allem im Premium-TV-Bereich eingesetzt werden. Da beim OLED Display derzeit aber noch so genannte „Einbrenneffekte“ entstehen können, haben sich die Panels auf dem Gaming Markt noch nicht verbreiten können. 

Curved Gaming-Monitore

Bei einem „curved“ („gekrümmt“) Monitor entsteht ein Tiefeneffekt, der dem Nutzer das Gefühl gibt, tief ins Geschehen einzutauchen. Zudem hat der Spieler durch die Krümmung die gesamte Anzeigefläche im Blick, muss also weniger häufig den Kopf bewegen. Vor allem bei Strategiespielen mit verschiedenen Menüs und Handlungsoptionen kann es ein Vorteil sein, alle wichtigen Infos direkt im Sichtfeld zu haben, denn mit einem curved Monitor vergrößert sich der sichtbare Bildausschnitt um knapp 30 Prozent. Die Hersteller setzen teils auf unterschiedliche Wölbungsgrößen – als Standard kann derzeit allerdings die 1800 Millimeter Krümmung von Samsung gelten, welche die Wölbung des menschlichen Augapfels imitiert.   

Display Formate

Das am häufigsten genutzte Monitorformat ist das Format 16:9, bekannt beispielsweise von Fernsehgeräten. Monitore für Arbeit und Büro besitzen meist das etwas größere Seitenverhältnis von 16:10. Ein weiteres Format ist das vom Kino abgeleitete Cinemascope mit einem Seitenverhältnis von 21:9. Das 21:9 Format bietet sich vor allem für Filmfans an, schließlich werden Kinofilme hier ohne die störenden schwarzen Begrenzungsbalken dargestellt. Ein Exotendasein fristet derzeit noch das 32:9 Format, welches in etwa die Größe zweier nebeneinanderstehenden 27 Zoll Bildschirmen hat. Experten sagen diesem Seitenverhältnis aber aufgrund seiner schieren Größe eine gute Zukunft voraus.

Ergonomie, Design und Anschlüsse

Als passionierter Gamer wirst Du einige Zeit vor Deinem Bildschirm verbringen, weshalb Du beim Kauf bereits auf die Ergonomie achten solltest. Dein Monitor sollte sich zumindest drehen und neigen lassen sowie in der Höhe verstellbar sein. Achte zudem auf ein mattes Display, um Spiegelungen zu vermeiden. Auch ein Mechanismus um das Flackern zu verhindern oder Blauanteile zu reduzieren, sollte vorhanden sein. Lass Dich einfach von Deinem EURONICS Händler beraten. Auch eine Pivot Funktion kann spannend sein, damit Du den Monitor hochkant stellen kannst.

In punkte Design sind Gamer ohnehin verwöhnt – kein Wunder, dass auch Gaming Monitore mit kreativen Designelementen auf sich aufmerksam machen. Von speziellen Farbgebungen bis hin zu stylisch geformten Standfüßen sind der Kreativität der Hersteller hier kaum Grenzen gesetzt. Einen Vorteil beim Zocken bringts nicht, dafür sieht es aber einfach irre gut aus.

Praktisch kann es sein, wenn Dein Gaming Monitor einen Kopfhörerhalter bietet. Viel wichtiger sind aber die vorhandenen Anschlüsse, damit Du möglichst flexibel bleibst. Achte zumindest auf einen Displayport ab Version 1.2, welcher UHD Signale mit 60 Hertz ausgeben kann. Wichtig ist natürlich auch ein HDMI-Anschluss (ab Version 1.4).