Gaming Tastaturen:
Keine Kompromisse beim Zocken.

Es gibt wohl kaum eine Hardwarekomponente, die so häufig benutzt wird, wie die Tastatur. Keyboards sind mehr als nur bloße Eingabegeräte. Vor allem im Gamingbereich gibt es deutliche Unterschiede: von der billigen 5-Euro-Tastatur bis hin zum mechanischen Profi-Keyboard – die Auswahl an Gamingtastaturen ist vielfältig. Diese lassen sich in zwei Kategorien einteilen: mechanische Tastaturen und die so genannten Rubberdome-Tastaturen. Um zu erfahren welche Tastatur für Dich geeignet ist, solltest Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Spielst du häufig?

  • Ist dir das Design und die Ausstattung bei einer Tastatur wichtig? (RGB-Beleuchtung, zusätzliche USB-Slots, ...)

  • Benötigst du programmierbare Makro-Tasten?

Mechanische Tastaturen als Gaming-Standard

Mechanische Tastaturen gelten aufgrund ihrer Reaktionszeit und Langlebigkeit als Standard im Gamingbereich. Je häufiger Du spielst, desto eher eignet sich für Dich ein mechanisches Keyboard. Willst Du beim Gaming die entscheidenden Millisekunden einsparen, solltest Du Dich für eine mechanische Tastatur entscheiden. Nutzt Du Deinen Rechner primär für Office-Anwendungen, reicht für Dich wahrscheinlich auch eine Rubberdome Tastatur aus. Die Unterschiede zwischen mechanischen und „normalen“ Keyboards erklären wir Dir im Folgenden:

Mechanische Tastaturen

Mechanische Tastaturen sind in der Herstellung teurer als „normale“ Tastaturen. In der mechanischen Tastatur ist unter jeder Taste eine metallische Feder verbaut, welche diese nach dem Kontakt wieder zurück in die Ausgangsposition schiebt. Die mechanischen Schalter, auch „Switches“ genannt, haben im Schnitt einen Weg von vier Millimeter bis zum Kontakt und lösen nach ca. zwei Millimeter bereits aus. Im Gegensatz zur Rubberdome Tastatur muss der Knopf also nicht bis zum Anschlag „durchgedrückt“ werden – der Nutzer erhält ein deutlich optimiertes Feedback. Vor allem in engen Matches kann das bessere Gefühl für das Auslösen einer Taste (oder für den richtigen Zeitpunkt des Tastendrucks) den entscheidenden Vorteil bringen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Lebensdauer. Mechanische Tastaturen halten statistisch gesehen bis zu 50 Millionen Anschläge aus, was umgerechnet knapp 20 Jahre bedeutet. Top-Spieler bei StarCraft2 kommen auf bis zu 300 Kommandos („Actions“) pro Minute – eine Tastatur muss also so einiges aushalten. Anders als bei den Rubberdomes nutzen sich die mechanischen Keyboards über die Jahre hinweg nicht ab – das Gefühl beim Tippen bleibt immer gleich. Sollte doch mal eine Taste den Geist aufgeben, lässt diese sich ganz einfach austauschen. Und auch das Reinigen der Tastatur fällt leichter, wenn man die Tasten, wie bei einer mechanischen, ganz einfach abziehen kann.

Aber Achtung: Aufgrund des technischen Aufbaus gelten mechanische Tastaturen auch als lauter! 

Rubberdome Tastaturen

Der größte Unterschied zwischen den beiden Tastatur-Kategorien ist der technische Aufbau. Bei einer Rubberdome (Gummimatte) Tastatur befindet sich unter jeder Taste ein Stück Gummi bzw. Silikon. Dieses schiebt die Taste nach dem Drücken wieder nach oben. Der Gummi besitzt eine Geräuschdämpfende Eigenschaft, weshalb Rubberdome Tastaturen auch als besonders leise gelten und deshalb gerne im (Großraum)Büroalltag eingesetzt werden.

Denn mit der Zeit verliert der Gummi seine Festigkeit: Das Tippgefühl verschlechtert sich, da die Tasten nicht mehr wie gewohnt zurückfedern – die Tastatur „leiert aus“. Rubberdome Tastaturen sagt man eine geringere Lebensdauer nach: Statistisch gesehen sind fünf Millionen Anschläge möglich, bevor sich die ersten Ausfallerscheinungen bemerkbar machen. Bei mechanischen Tastaturen kann mit 50 Millionen Anschlägen gerechnet werden. Anders als bei einer mechanischen Tastatur, kann man bei einer Rubberdome Tastatur die einzelnen Tasten nicht wechseln.

Der Widerstand der Tasten bei einer Rubberdome Tastatur ist höher – die Taste muss also stärker gedrückt werden, was auf lange Sicht ermüdend sein kann. Die mangelnde Präzision wird von Spielern ebenfalls als ein NoGo empfunden.

Makros: Deine Geheimwaffe

Makrotasten sind programmierbare Tasten Deiner Tastatur, welche Du ganz einfach mit Befehlen belegen kannst. Mit einer Software legst Du fest, ob der Druck auf die Makrotaste eine bestimmte Tastenkombination auslösen oder ein Programm starten soll. So sparst Du Dir Klicks und gewinnst Geschwindigkeit: Anstatt die Tasten A, S, D und Enter nacheinander zu drücken, programmierst Du Dir diesen Befehl einfach auf Deine Makrotaste und löst die Aktion mit nur einem (anstatt vier) Klicks aus. Vor allem im MMO Genre macht dies das Spielen deutlich komfortabler und effizienter, weshalb MMO Gamer sich meist für Tastaturen entscheiden, die eher mehr als weniger Makrotasten mit sich bringen. Hat die Tastatur einen Speicher integriert, kannst Du Deine individuellen Makros auch verwenden, wenn Du das Keyboard an einen anderen Rechner hängst. 

Logitech: FAQ zur Makro-Anlage

Ihr wollt wissen, wie man Makros anlegt? Logitech zeigt es euch anhand seiner hauseigenen Software.

GAMING TASTATUREN: DIE OPTIMALE AUSSTATTUNG

Im Bereich der Gaming Tastaturen haben die Hersteller nicht viele Optionen, um sich und ihre Produkte voneinander abzugrenzen. Dennoch haben sich einige Features etabliert, welche für den Gamer bei der Auswahl seiner Tastatur wichtig sein könnten:

Ghosting, Anti-Ghosting und N-Key-Rollover

Vom „Ghosting“ wird gesprochen, wenn die Tastatur die Kombination von mehreren gleichzeitig gedrückten Tasten nicht richtig interpretieren kann. Meist passiert dies wenn die gleichzeitig zu drückenden Tasten in einem Block nebeneinander liegen. Die Tastatur kann die Druckpunkte nicht richtig zuordnen: Einige Tasten werden zu spät oder gar nicht ausgelöst werden oder das Keyboard erkennt eine Taste, die gar nicht gedrückt wurde. Beispiel: Du drückst J und K und sollst noch die I-Taste drücken, was aber von der Tastatur nicht erkannt wird.

Die Lösung ist das „Anti-Ghosting“. Beim Anti-Ghosting werden gewisse Tastaturblöcke, beispielsweise die Pfeiltasten, „geschützt“. Seitens der Hersteller können ganze „Schutzbereiche“ definiert werden, in denen das Problem dann nicht mehr auftritt. Mit dem Anti-Ghosting kann die Tastatur somit auch nah beieinander liegende Tasten korrekt erfassen.

Ein weiterer wichtiger Begriff ist das „N-Key-Rollover“ oder NKRO. Hier kann der Nutzer eine beliebige Anzahl an Tasten gleichzeitig drücken und die weiteren Tasten werden dennoch erkannt. Wirbt der Hersteller zum Beispiel mit „6KRO“, können sechs Tasten gleichzeitig gedrückt werden, die alle voll erkannt werden. Wird mit „vollem NKRO“ geworben, können theoretisch alle Tasten gleichzeitig gedrückt und von der Tastatur erkannt werden. 

Beleuchtung

Für den richtigen Style beim Gaming sorgen beleuchtete Tastaturen. Von der mehrfarbigen Hintergrundbeleuchtung über unterschiedliche Helligkeitsstufen bis hin zu Lichteffekten per LEDs sind zahlreiche Varianten im Angebot. Bei vielen Modellen kann die Farbgebung individuell angepasst werden, teils lassen sich auch einzelne Tasten individuell beleuchten.

USB Anschluss

Einige Gaming-Tastaturen stellen einen zusätzlichen USB-Anschluss bereit, um etwa das Smartphone aufzuladen oder das Headset anzuschließen. Praktisch!

Integrierter Speicher

Besitzt Deine Tastatur einen integrierten Speicher, kannst Du die Abfolgen der Makrotasten dort hinterlegen und musst sie nicht jedes Mal neu programmieren, wenn Du die Tastatur an einem anderen Rechner nutzt.  

Multimediatasten

Einige Hersteller integrieren auch Multimediatasten in ihre Tastaturen. So lässt sich die Lautstärke direkt am Keyboard regeln, auch Tasten zum Videoschauen (Play, Pause, Forward etc.) sind teils vorhanden. 

Ergonomische Handballenauflage

Je länger man spielt, desto wichtiger wird die Ergonomie. Achte beim Kauf Deiner Gaming Tastatur auf Deine Handhaltung. Einige Gaming-Tastaturen liefern bereits eine Handballenauflage mit!

Kabellänge

Achte beim Kauf Deiner Tastatur auf eine angemessene Kabellänge. Wireless Tastaturen sind im Gaming Bereich zwar ebenfalls vorhanden, konnten sich bis heute aber nicht durchsetzen.

Smartphone-Integration

Erste Hersteller bieten bereits Gaming Tastaturen, welche Tablets und Smartphones integrieren. So kann man Companion Apps verwenden, per Knopfdruck zwischen Keyboard und Smartphone wechseln und seine WhatsApp Nachrichten direkt über die Tastatur tippen oder einen Anruf direkt auf dem Gaming Headset annehmen.

Spritzwasserschutz

Eine Eigenschaft, die man erst zu schätzen weiß, wenn mal was danebengeht…

TKL-Tastatur

TKL steht in diesem Zusammenhang für „Tenkeyless“ und bezeichnet eine Tastatur, welche auf das Nummernfeld verzichtet. Der Vorteil: Die TKL Tastatur ist durch den Verzicht auf das Numpad etwas kompakter.

Gaming Tastenkappen

Vor allem im Premiumsegment liefern die Hersteller auch spezielle Gaming Tastenkappen mit. Diese Kappen lassen sich auf einzelne Tasten stecken und bieten dank einer speziellen Neigung deutlich besseren Grip.

Cherry MX Tastatur-Switches in der Übersicht

Switches gibt es mittlerweile von unterschiedlichen Herstellern, beispielsweise von Kailh/Kaihua oder auch RAZER. Die wohl bekanntesten und auch beliebtesten sind die MX Switches von Cherry, die auch in den meisten mechanischen Tastaturen vorkommen. Die ersten Switches hat der Hersteller aus der Oberpfalz bereits 1983 vorgestellt, seither wurde das Prinzip konsequent weiterentwickelt und für unterschiedliche Ansprüche verfeinert. Die geläufigsten Cherry-Switches sind die MX Browns, MX Blues, MX Blacks und MX Reds.

Cherry MX Brown:

Die MX Browns gehören zu den beliebtesten Cherry-Switches und erzeugen nach Tastendruck ein spürbares Feedback. Die Cherry MX Browns sind für Allrounder geeignet.

Cherry MX Black:

Die MX Blacks erzeugen kein Feedback, geben also keine Rückmeldung, wenn die Taste ausgelöst ist. So können die Tasten schneller und leichter gedrückt werden, weshalb sich die Cherry MX Black Switches vor allem für Spieler eignen.

Cherry MX Blue:

Die MX Blues erzeugen nach Tastendruck ebenfalls ein spürbares Feedback und lösen darüber hinaus noch ein akustisches Klicken aus. Die Blues sind geeignet für Vielschreiber.

Cherry MX Red:

Die MX Reds geben ebenfalls kein Feedback. Der Widerstand der Feder ist noch geringer als bei den MX Blacks, was zu einem noch schnelleren Auslösen der Tasten führt. Deshalb sind die MX Reds ebenfalls für Spieler geeignet.