Was gilt als Drohne?
Multicopter, Quadrocopter, Hubschrauber, Modellflugzeuge und dergleichen sind von diesem Regelwerk betroffen. Allgemeiner gefasst: Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme.
Wie müssen Drohnen gekennzeichnet sein?
Drohnen ab 0,25 kg Fluggewicht müssen mit einer Plakette gekennzeichnet sein. Auf dieser Plakette müsst ihr als Halter euren Namen und eure Adresse anbringen. Die Plakette erstellt ihr selbst, etwa mit einem Etikettiergerät oder mit einer gravierten Aluminiumplatte. Eine offizielle behördliche Plakette gibt es nicht. Dabei muss die Plakette wetter- und feuerfest sein. Also egal, wie marodiert die Drohne eventuell aussieht: Die Plakette muss immer gut lesbar sein.
Welches Fluggewicht darf eine Drohne haben?
Bei der Bezeichnung Fluggewicht zählt das Gesamtgewicht der Drohne beim Start. Darunter fällt das Eigengewicht der Drohne zusammen mit allem, was das Flugobjekt sonst noch an Bord hat: Kamera, Zusatzempfänger, eventuelle Ladung, …
Welche Gewichtsklassen gibt es?
Die Behörden unterscheiden künftig zwischen Drohnen bis 0,25 kg, zwischen 0,25 und 2 kg, zwischen 2 und 5 kg, 5 kg bis 25 kg und über 25 kg Fluggewicht.
Wer braucht einen Drohnenführerschein?
Kenntnisnachweis / "Drohnenführerschein": Wer eine Drohne über 2 kg Fluggewicht außerhalb von Modellfluggeländen starten lassen möchte, muss nachweisen, dass er die notwendigen Kenntnisse besitzt. Hierzu benötigt er einen Nachweis, den er auf verschiedenen Wegen erhalten kann und der danach 5 Jahre gültig ist.
a) durch eine gültige Pilotenlizenz,
b) über eine Bescheinigung, die er nach einer Prüfung erlangt. Diese Prüfung kann er bei anerkannten Stellen ablegen. Teilnehmer müssen hierfür mindestens 16 Jahre alt sein.
c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein. Teilnehmer müssen hierfür mindestens 14 Jahre alt sein.
Braucht es eine Erlaubnis für einen Drohnenflug?
Erlaubnisfreiheit: Bis auf den Kenntnisnachweis ist für den Betrieb von Drohnen unter 5 kg Fluggewicht keine Erlaubnis mehr notwendig – wenn ihr sie nur zu Sport- und Freizeitzwecken benutzen wollt. Für Drohnen über 5 kg und für eine gewerbliche Nutzung braucht ihr eine Erlaubnis, die von den Landesluftfahrtbehörden erteilt wird. Es gelten in jedem Bundesland und manchmal auch in eurer Kommune noch einmal weitere Bestimmungen.
Muss ich die Drohne beim Fliegen sehen können?
Flug außerhalb der Sichtweite: Drohnen dürfen per se nur dann geflogen werden, wenn man sie ohne Hilfsmittel noch sehen kann. Unzulässige Hilfsmittel sind demnach Ferngläser oder GPS-Gerät. Geduldet werden nur Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen. Ausnahmen für den Flug außerhalb der Sichtweite erteilen die Landesluftfahrtbehörden gewerblichen und privaten Nutzern, wenn diese eine notwendige Verwendung außerhalb der Sichtweite nachweisen können.
Wer hat Vorfahrt? Meine Drohne oder der Jumbojet?
Ausweichpflicht: Bemannte Luftfahrzeuge oder unbemannte Freiballone haben Vorrang. Ihnen müssen Drohnen ausweichen.
Darf ich eine Videobrille zum Steuern nutzen?
Die Steuerung einer Drohne bei aufgesetzter Videobrille ist nur noch dann erlaubt, wenn die Drohne nicht schwerer als 0,25 kg ist und nicht höher als 30 Meter fliegt. Ausnahmen gelten nur, wenn eine zweite Person anwesend ist, den Flug in Sichtweite beobachten kann und den Steuerer auf mögliche Gefahren aufmerksam macht.
Brauche ich eine spezielle Versicherung?
Ähnlich wie bei einem Auto deckt eure allgemeine Haftpflichtversicherung die Risiken einer Drohnennutzung meist nicht ab. Überprüft vor dem Flug euren Versicherungsschutzund besorgt Euch gegebenenfalls eine Zusatz-Copter-und/oder-Drohnenversicherung, die von immer mehr Versicherern angeboten wird.
Wer haftet beim Verleihen einer Drohne?
Seid ihr der Halter und Eigentümer der Drohne, dann haftet ihr unter Umständen auch dafür, wenn ihr die Drohne einem Dritten zur Nutzung überlasst.
Darf ich auch nachts fliegen?
Wer seine Drohne nachts fliegen lassen möchte, kann dafür eine Genehmigung beantragen. Es liegt im Ermessen der zuständigen Behörde und hängt vom geplanten Zweck ab, ob der Nachtflug erlaubt wird oder nicht.
Darf ich mit meiner Drohne alles und jeden fotografieren?
Wenn ihr mit der Drohne Bilder schießt oder Video- und Audioaufnahmen macht, müsst ihr natürlich Eigentumsrechte ebenso beachten wie Urheber- und Persönlichkeitsrechte. Privatpersonen dürft ihr grundsätzlich nur filmen oder fotografieren, wenn diese ihre Zustimmung signalisiert haben. Auch Personen des öffentlichen Lebens (Stars oder Politiker) haben ein Recht auf Privatsphäre und dürften zum Beispiel nicht über eine Mauer hinweg aufgenommen werden. Geschütztes Privateigentum dürft ihr nicht filmen oder fotografieren, die Drohne also nicht etwa zum “spionieren” verwenden. Aber das sollte sich von selbst verstehen.
Gibt es Unterschiede zwischen privaten und gewerblichen Flügen?
Für privat und gewerblich genutzte Drohnen bis 5 kg gelten künftig ähnliche Regeln. Gerade die gewerbliche Nutzung wird dadurch erleichtert.
Welche Regeln gibt es sonst noch?
Ihr müsst euch bei einem Drohnenflug in Deutschland außerdem an die Luftverkehrsordnung und das Luftverkehrsgesetz halten, ebenso wie an kommunale und regionale Bestimmungen.